Da ich heute Morgen schon um 7.00 Uhr im Flieger Richtung Heimat sitze, klingelt mein Wecker heute bereits um 4.15 Uhr. Nach dem Fiasko der Anreise möchte ich heute zeitig am Flughafen sein. Man weiss ja nie, was sich US Airways heute einfallen lässt, um die Reise spannend zu gestalten. Das morgentliche Procedere ist schnell erledigt und bereits eine halbe Stunde später bin ich unterwegs Richtung McCarran Rent-A-Car Center. Die Rückgabe des Mietwagens verläuft wie immer vollkommen problemlos und schnell. Den Cooler mit allen noch ungeöffneten Dosen und Flaschen und das Fix-A-Flat lasse ich einfach im Wagen. Bevor ich den Trailblazer endgültig zurücklasse, notiere ich mir noch ein paar Eckdaten des Bordcomputers. Auf meiner Reise bin ich demnach 2′285.7 Meilen gefahren, habe dabei 122.7 Gallonen Benzin verbraucht und jede Gallone hat mich 18.6 Meilen weit gebracht. Umgerechnet ergibt das eine gefahrene Distanz 3′677.70 Kilometern, eine verbrauchte Benzinmenge von 464.47 Litern und einen durchschnittlichen Verbrauch von 12.65 Liter auf 100 Kilometern.
Kurze Zeit später sitze ich schon im Flughafen-Shuttle auf dem Weg zum US Airways Schalter. Da man direkt vor der Schalterhalle abgesetzt wird, sind es nur wenige Schritte. Nur wenige Personen stehen vor mir in der Schlange. Da ich noch mehr als genug Zeit zur Verfügung habe, bin ich ganz entspannt. Als ich an die Reihe komme, geht der befürchtete Zauber aber schon los. Die Dame hinterm Schalter meint, dass mein erster Flug von United Airlines durchgeführt werde, weswegen ich mich bei United Airlines einchecken müsse. Ich weise sie darauf hin, dass auf der aktuellsten Reisebestätigung beim fraglichen Flug „US Airways 7108 operated by US Airways“ stünde, ich die komplette Reise über US Airways gebucht hätte und die beiden weiteren Flüge bis nach Zürich ohnehin von US Airways durchgeführt werden würden. Das lässt sie aber alles kalt. Ich müsse mich bei United Airlines anstellen und dort einchecken. Next!
„Das kann ja was werden“, denke ich mir, als ich mich auf die Suche nach dem United Airlines Schalter mache. Glücklicherweise ist der gesuchte Schalter nicht nur direkt daneben und somit nur wenige Schritte entfernt, sondern auch die Schlange davor angenehm kurz. Nach lediglich 10 Minuten stehe ich schon wieder am Check-In Schalter und wie zu erwarten, möchte mich die Tante wieder zum US Airways Schalter schicken! Nachdem ich ich sie aber darüber aufgeklärt habe, dass ich von ebendort hierher geschickt worden sei und ich jetzt sicherlich nicht mehr hinüber ginge, geht es dann nach einem Blick in den Computer plötzlich doch und vor allem kurz und schmerzlos. Mit 50 bzw. 49 Pfund liegen meine Koffer zudem gerade noch im erlaubten Bereich.
Wie üblich werde ich als Liechtensteiner als Sicherheitsrisiko eingeschätzt und muss beim Sicherheitscheck durch die spezielle Kontrolle, für die man natürlich nur rein zufällig ausgewählt wird. Da ich noch immer mehr als genug Zeit habe, diese Kontrollen für mich ohnehin schon die Norm sind, bleibe ich gelassen. Dass der Typ vor mir aber durch die spezielle Kontrolle muss, ist für mich aber vollkommen einleuchtend. Er hat nicht nur eine Piraten-Augenklappe und einen Ring nicht am, sondern im Ohr, nein er ist ausserdem auch überall mit kinderfreundlichen Motiven tätowiert und noch immer sturzbesoffen. Als er mein Anchor Steam Brewery T-Shirt bemerkt, werde ich natürlich sofort in ein Gespräch über verschiedene Biersorten der Vereinigten Staaten und deren geschmackliche Einordnung verwickelt.
Nach einigen Minuten bin ich endlich an der Reihe. Im Unterschied zum gewöhnlichen Sicherheitscheck muss man sich hier erst in ein Gerät namens Sentinel II stellen. Dabei wird man von allen Seiten mit kurzen Luftstössen beblasen. Dadurch sollen anscheinend Drogen- und/oder Bombenspuren abfallen, die dann am Boden angesaugt und analysiert werden. Zusätzlich wird nicht nur das Gepäck von einem Sicherheitsbeamten genau durchgesehen, sondern auch alle einschlägigen Produkte und Geräte sowie die Innenseite der Koffer jeweils mit einem eigenen Watte-Plättchen abgerieben und in einer Maschine auf Drogen- und/oder Bombenspuren analysiert. Auf meine Frage, ob sie denn schon einmal etwas gefunden habe meint die Sicherheitsbeamtin, dass dies immer wieder mal vorkomme. Man würde gar nicht glauben, mit was für Spuren manche Leute unterwegs seien.
Nachdem ich den Sicherheitscheck hinter mich gebracht habe, begebe ich mich zum Flugsteig. Auf dem Weg dorthin gönne ich mir noch einen schönen heissen Kaffee und warte geduldig auf meinen Flug mach Denver. Von dort geht es weiter nach Philadelphia und abschliessend nach Zürich. Alle Flüge sind pünktlich und in Denver und Philadelphia muss ich lediglich eine respektive eineinhalb Stunden warten. Da ich an beiden Flughäfen eine Steckdose finde, nütze ich die Zeit, um ein wenig an meinen Reiseberichten zu schreiben. Da ich zudem relativ müde bin, kann ich im Flieger nach Zürich sogar schlafen. Der Flug vergeht im wahrsten Sinne der Wortes wie im Flug.
In Zürich gelandet und fast schon bei der Gepäckausgabe angekommen, bin ich hocherfreut, dass wider Erwarten der Rückflug gut geklappt hat. Ich denke mir, dass sie jetzt eigentlich nur noch meine Koffer verschlampt haben könnten. Man kann sich hier natürlich vorstellen, was passiert: Nach langem Warten am Band stelle ich fest, dass keiner meiner beiden Koffer angekommen ist. Erst bin ich dadurch ein wenig genervt, aber als mir dann einfällt, dass ich dadurch keine Koffer mehr mit mir herumschleppen brauche, fülle ich schnell eine Suchmeldung aus und spaziere dann leichtfüssig Richtung Bahnhof.
Die Fahrt nach Hause per Bahn und Bus und ist vollkommen ereignislos, weswegen ich an dieser Stelle auf eine nähere Schilderung verzichte. Nach einem Frühstücks- bzw. Brunch-Zwischenstopp bei einem Freund treffe ich gegen Mittag endlich zu Hause ein. Na dann, wir sehen uns sicherlich wieder, Vereinigte Staaten
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Gefahrene Meilen: 5.5
Dachte schon, dein Reisebericht wird nie fertig…das nächste Mal dürfen aber American Airlines&Starbucks nicht fehlen:-)
Starbucks wäre auch fast vorgekommen. Das aber auch nur, weil ich den Starbucks-Stand fast direkt vor dem Gate einfach habe links liegen lassen