Authoren Archiv für Martin

Kascaden Vulkane 2009 – Eine kleine Vorschau

Bereits morgen sitze ich wieder im Flieger auf dem Weg in die USA. Wie schon vor zwei Jahren, ist San Francisco das erste Ziel meiner Reise. Danach geht es direkt – repektive mit einem hoffentlich landschaftlich tollen Umweg -  Richtung Mount Shasta (4′317 m), mit welchem ich noch immer eine Rechnung offen habe. Geplant habe ich, im Hidden Valley zu zelten, und dann über die West Face Gully Route auf den Gipfel zu kommen.

Weil wir gerade bei offenen Rechungen sind: Das nächste Ziel meiner Reise ist Mount Rainier, wo ich drei Amerikaner treffen sollte, die ich noch nie gesehen habe, um mit Ihnen eine Seilschaft für die Bezwingung des Mount Rainier (4′392 m) zu bilden. Wir werden den Berg dabei über die Normalroute “Dissapointment Cleaver” angehen.

Die Reise endet in Seattle, von wo ich wieder zurück nach Hause fliegen werde. Sollte das Wetter mitspielen (danach sieht es derzeit aus), werde ich zwischen Shasta und Rainier auch mein Glück an der South Sister probieren. Man darf auf jeden Fall gespannnt sein. Ich persönlich bin schon zufrieden, wenn ich ich einen der beiden Vulkanriesen besteigen kann.

Tag 15 – Alles hat ein Ende (nur die Wurst hat zwei)

Da ich heute Morgen schon um 7.00 Uhr im Flieger Richtung Heimat sitze, klingelt mein Wecker heute bereits um 4.15 Uhr. Nach dem Fiasko der Anreise möchte ich heute zeitig am Flughafen sein. Man weiss ja nie, was sich US Airways heute einfallen lässt, um die Reise spannend zu gestalten. Das morgentliche Procedere ist schnell erledigt und bereits eine halbe Stunde später bin ich unterwegs Richtung McCarran Rent-A-Car Center. Die Rückgabe des Mietwagens verläuft wie immer vollkommen problemlos und schnell. Den Cooler mit allen noch ungeöffneten Dosen und Flaschen und das Fix-A-Flat lasse ich einfach im Wagen. Bevor ich den Trailblazer endgültig zurücklasse, notiere ich mir noch ein paar Eckdaten des Bordcomputers. Auf meiner Reise bin ich demnach 2′285.7 Meilen gefahren, habe dabei 122.7 Gallonen Benzin verbraucht und jede Gallone hat mich 18.6 Meilen weit gebracht. Umgerechnet ergibt das eine gefahrene Distanz 3′677.70 Kilometern, eine verbrauchte Benzinmenge von 464.47 Litern und einen durchschnittlichen Verbrauch von 12.65 Liter auf 100 Kilometern.

Kurze Zeit später sitze ich schon im Flughafen-Shuttle auf dem Weg zum US Airways Schalter. Da man direkt vor der Schalterhalle abgesetzt wird, sind es nur wenige Schritte. Nur wenige Personen stehen vor mir in der Schlange. Da ich noch mehr als genug Zeit zur Verfügung habe, bin ich ganz entspannt. Als ich an die Reihe komme, geht der befürchtete Zauber aber schon los. Die Dame hinterm Schalter meint, dass mein erster Flug von United Airlines durchgeführt werde, weswegen ich mich bei United Airlines einchecken müsse. Ich weise sie darauf hin, dass auf der aktuellsten Reisebestätigung beim fraglichen Flug „US Airways 7108 operated by US Airways“ stünde, ich die komplette Reise über US Airways gebucht hätte und die beiden weiteren Flüge bis nach Zürich ohnehin von US Airways durchgeführt werden würden. Das lässt sie aber alles kalt. Ich müsse mich bei United Airlines anstellen und dort einchecken. Next!

„Das kann ja was werden“, denke ich mir, als ich mich auf die Suche nach dem United Airlines Schalter mache. Glücklicherweise ist der gesuchte Schalter nicht nur direkt daneben und somit nur wenige Schritte entfernt, sondern auch die Schlange davor angenehm kurz. Nach lediglich 10 Minuten stehe ich schon wieder am Check-In Schalter und wie zu erwarten, möchte mich die Tante wieder zum US Airways Schalter schicken! Nachdem ich ich sie aber darüber aufgeklärt habe, dass ich von ebendort hierher geschickt worden sei und ich jetzt sicherlich nicht mehr hinüber ginge, geht es dann nach einem Blick in den Computer plötzlich doch und vor allem kurz und schmerzlos. Mit 50 bzw. 49 Pfund liegen meine Koffer zudem gerade noch im erlaubten Bereich.

Wie üblich werde ich als Liechtensteiner als Sicherheitsrisiko eingeschätzt und muss beim Sicherheitscheck durch die spezielle Kontrolle, für die man natürlich nur rein zufällig ausgewählt wird. Da ich noch immer mehr als genug Zeit habe, diese Kontrollen für mich ohnehin schon die Norm sind, bleibe ich gelassen. Dass der Typ vor mir aber durch die spezielle Kontrolle muss, ist für mich aber vollkommen einleuchtend. Er hat nicht nur eine Piraten-Augenklappe und einen Ring nicht am, sondern im Ohr, nein er ist ausserdem auch überall mit kinderfreundlichen Motiven tätowiert und noch immer sturzbesoffen. Als er mein Anchor Steam Brewery T-Shirt bemerkt, werde ich natürlich sofort in ein Gespräch über verschiedene Biersorten der Vereinigten Staaten und deren geschmackliche Einordnung verwickelt.

Nach einigen Minuten bin ich endlich an der Reihe. Im Unterschied zum gewöhnlichen Sicherheitscheck muss man sich hier erst in ein Gerät namens Sentinel II stellen. Dabei wird man von allen Seiten mit kurzen Luftstössen beblasen. Dadurch sollen anscheinend Drogen- und/oder Bombenspuren abfallen, die dann am Boden angesaugt und analysiert werden. Zusätzlich wird nicht nur das Gepäck von einem Sicherheitsbeamten genau durchgesehen, sondern auch alle einschlägigen Produkte und Geräte sowie die Innenseite der Koffer jeweils mit einem eigenen Watte-Plättchen abgerieben und in einer Maschine auf Drogen- und/oder Bombenspuren analysiert. Auf meine Frage, ob sie denn schon einmal etwas gefunden habe meint die Sicherheitsbeamtin, dass dies immer wieder mal vorkomme. Man würde gar nicht glauben, mit was für Spuren manche Leute unterwegs seien.

Nachdem ich den Sicherheitscheck hinter mich gebracht habe, begebe ich mich zum Flugsteig. Auf dem Weg dorthin gönne ich mir noch einen schönen heissen Kaffee und warte geduldig auf meinen Flug mach Denver. Von dort geht es weiter nach Philadelphia und abschliessend nach Zürich. Alle Flüge sind pünktlich und in Denver und Philadelphia muss ich lediglich eine respektive eineinhalb Stunden warten. Da ich an beiden Flughäfen eine Steckdose finde, nütze ich die Zeit, um ein wenig an meinen Reiseberichten zu schreiben. Da ich zudem relativ müde bin, kann ich im Flieger nach Zürich sogar schlafen. Der Flug vergeht im wahrsten Sinne der Wortes wie im Flug.

In Zürich gelandet und fast schon bei der Gepäckausgabe angekommen, bin ich hocherfreut, dass wider Erwarten der Rückflug gut geklappt hat. Ich denke mir, dass sie jetzt eigentlich nur noch meine Koffer verschlampt haben könnten. Man kann sich hier natürlich vorstellen, was passiert: Nach langem Warten am Band stelle ich fest, dass keiner meiner beiden Koffer angekommen ist. Erst bin ich dadurch ein wenig genervt, aber als mir dann einfällt, dass ich dadurch keine Koffer mehr mit mir herumschleppen brauche, fülle ich schnell eine Suchmeldung aus und spaziere dann leichtfüssig Richtung Bahnhof.

Die Fahrt nach Hause per Bahn und Bus und ist vollkommen ereignislos, weswegen ich an dieser Stelle auf eine nähere Schilderung verzichte. Nach einem Frühstücks- bzw. Brunch-Zwischenstopp bei einem Freund treffe ich gegen Mittag endlich zu Hause ein. Na dann, wir sehen uns sicherlich wieder, Vereinigte Staaten ;-) .

Gefahrene Meilen: 5.5