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	<title>Worldclass Demountaining &#187; Berge und Wanderziele</title>
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		<title>Tag 13 &#8211; Der Exodus und n&#228;chtliche St&#246;renfriede</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Aug 2007 21:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[The Narrows]]></category>
		<category><![CDATA[The Narrows Top to Bottom]]></category>
		<category><![CDATA[Utah]]></category>
		<category><![CDATA[Westen 2007]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der 13. Tag beginnt mit einem Adrenalinstoss. Durch einen Schlag an die Zeltwand direkt neben meinem Kopf werde ich aus dem Schlaf gerissen. Instinktiv schlage ich zur&#252;ck und verharre dann wie in Totenstarre, um besser h&#246;ren zu k&#246;nnen, was um mich herum vorgeht. Ich h&#246;re irgendwelche Tiere ums Zelt schleichen. Wie viele es sind, kann ich aber nicht beurteilen. Da die Ger&#228;usche aber von entgegengesetzten Seiten kommen, m&#252;ssen es mindestens zwei sein. Unverz&#252;glich nehme ich meine Stirnlampe und mein Taschenmesser in die Hand und lausche weiter. Klingt irgendwie wie diese Morse-Code Klopfer, die man aus den alten Western kennt. Das kommt mir unheimlich vor. Nach ein paar Minuten h&#246;re ich auch das Rascheln meines M&#252;llsacks, den ich gestern Abend direkt neben dem Zelt &#252;ber den Stumpf eines abgebrochenen Astes geh&#228;ngt habe. Da ich wie schon beim Mount Shasta meine beiden Zeltt&#252;ren – abgesehen vom Moskitonetz – offen gelassen habe, leuchte ich mit der Stirnlampe linkerhand zu dem keinen Meter entfernt h&#228;ngenden M&#252;llsack und sehe gerade noch den buschigen Schwanz irgendeines Tieres, das sofort die Flucht ergreift. Ein Rascheln auf der anderen Seite l&#228;sst mich rechterhand zu meinem Rucksack leuchten. Dort schn&#252;ffelt gerade ein anderes dieser Viecher an meinem Rucksack herum. Dieses Mal kann ich aber besser sehen, wer da um mein Zelt schleicht. Sieht aus wie eine Katze mit einem grossen buschigen Schwanz. Wenn ich mitten in der Nacht von zwei Katzen besucht werden m&#246;chte, dann aber sicherlich nicht von solchen, die sich &#252;ber meinen M&#252;ll hermachen. Inzwischen hat sich das andere Viech schon wieder auf den Ast mit meinem M&#252;llsack getraut. Ein kurzes Leuchten und es ist schon wieder weg. Ein Blick auf die Uhr verr&#228;t mir, dass es 0.30 Uhr ist. Die Tiere werden mit der Zeit immer frecher weil sie merken, dass ich sie zwar anleuchte, aber nicht aus meinem Zelt heraus komme. Also muss ich nun auch laut zischen, rufen usw. Als sie sich dann auch dadurch nicht mehr beeindrucken, lassen steige ich aus dem Zelt, renne ihnen schreiend nach und schlage sie damit in die Flucht. W&#228;re ja gelacht, wenn ich mich von den kleinen Kerlen terrorisieren lasse. Vorsorglich platziere ich aber einen Stock neben dem Zelteingang, lege mich wieder hinein und schliesse das Moskitonetz. Mit dem Taschenmesser (nat&#252;rlich mit zugeklappter Klinge) und der Stirnlampe in der Hand lege ich mich wieder hin und lausche, ob sich noch etwas bewegt. Weil ich nichts mehr h&#246;re schlafe ich dann irgendwann wieder ein.</p>
<p>Gegen 5.30 Uhr erwache ich erneut ob des Raschelns des M&#252;llsacks. Mit der Lampe leuchte ich in Richtung des Raschelns und sehe eines der Viecher wie es versucht, den M&#252;llsack vom Stumpf des abgebrochenen Astes zu ziehen. Wieder schlage ich es in die Flucht. Das Tier ist offensichtlich „not amused“ und gibt mir das mit einem Schulterblick auch zu verstehen.</p>
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</p>
<p>In einem letzten Aufb&#228;umen, um vor dem Sonnenaufgang doch noch an meinen M&#252;ll zu kommen, l&#228;sst sich der Held nun von gar nichts mehr beeindrucken. Eine gute Gelegenheit f&#252;r mich, Fotos von dem Treiben zu schiessen, denn das glaubt mir sonst keiner.</p>
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</p>
<p>Da ich keine Lust habe, morgens dann den ganzen M&#252;ll quer verstreut &#252;ber den Zeltplatz zusammen zu suchen, bleibe ich wachsam und renne dem Viech noch ein paar Mal hinterher, um es in die Flucht zu schlagen.</p>
<p>Irgendwann, als ich es auch noch mit Sand beworfen habe, l&#228;sst es mich endlich in Ruhe und ward nicht mehr gesehen. Nat&#252;rlich h&#228;tte ich den M&#252;llsack auch mit ins Zelt nehmen k&#246;nnen, aber ich wollte nicht, dass zuletzt noch mein Zelt angeknabbert und besch&#228;digt wird. Da es sich inzwischen nicht mehr zu schlafen lohnt und ich ausserdem nicht weiss, ob ich doch noch einmal mit Besuch rechnen kann, lese ich stattdessen im Grundmann weiter und leuchte ab und zu zum M&#252;llsack oder zum Rucksack. Es bleibt aber ruhig, die St&#246;renfriede sind also endg&#252;ltig vertrieben.</p>
<p>Gegen 07.00 Uhr steige ich aus dem Zelt und mache mir Fr&#252;hst&#252;ck. Es ist gerade noch oder wieder so warm, dass ich mir ausser meiner kurzen Hose und dem Funktions-Shirt nichts weiter anzuziehen brauche. Meine restliche Kleidung ist n&#228;mlich noch immer wasserdicht verpackt und ich habe keine Lust, diese vor dem Abmarsch wieder neu verpacken zu m&#252;ssen. Da ich nach zwei Tee und zwei Bagels meinen Gasbrenner w&#228;hrend dieser Reise nicht nicht mehr ben&#246;tige, drehe ich ihn auf die h&#246;chste Stufe, um die Gaskartusche zu leeren. W&#228;hrenddessen baue ich das Zelt ab und packe gewissenhaft meinen Rucksack. Es ist inzwischen schon fast 08.00 Uhr und der Gasbrenner macht noch immer keinerlei Anstalten, endlich auszubrennen. H&#228;tte nicht gedacht, dass die Gaskartusche so lange h&#228;lt. Da ich keine Lust habe, noch l&#228;nger zu warten, packe ich das Teil wieder ein und mache mich um fast exakt 08.00 Uhr auf den Weg Richtung Temple of Sinawava.</p>
<p>Beim Zeltplatz #7 schlafen noch alle friedlich und als ich zu Zeltplatz #8 komme, sehe ich gerade Deb und Mike aufbrechen. Nat&#252;rlich zeige ich ihnen gleich die Fotos der n&#228;chtlichen Besucher und Deb meint, es handle sich um Ringschwanz-Katzen. Sie selber habe zwar noch nie eine gesehen. Gestern sei aber ein Hirsch auf der anderen Seite des Virgin Rivers an ihrem Zeltplatz vorbeispaziert. Auf meine Frage, von wo sie denn Wasser bekommen h&#228;tten mein Deb, dass sie ihr Wasser aus dem Virgin River gepumpt h&#228;tten. Sie h&#228;tten Taschent&#252;cher als Grobfilter vor dem eigentlichen Wasser-Filter verwendet und dabei insgesamt drei Taschent&#252;cher verbraucht. Da habe ich mit meinem Zeltplatz ja grosses Gl&#252;ck gehabt. Ich verabschiede mich wieder und setze meine Wanderung fort. Da die Sonne noch zu tief ist, um in den Canyon zu leuchten, erspare ich mir f&#252;r die Fotos bis zu den Big Springs, dem Umkehrpunkt f&#252;r alle Tageswanderer vom Temple of Sinawava. Inzwischen ist es zwar schon fast 9.30 Uhr, das Licht aber noch immer noch sehr schlecht zum fotografieren. Die Big Springs als markanten Punkt m&#246;chte ich schon fotografisch festhalten.</p>

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<p>Kurz nach den Big Springs beginnen die Narrows, wie man sie von Fotos haupts&#228;chlich kennt, und so langsam l&#228;sst sich auch endlich die Sonne blicken. Laut Karte soll es aber hier drei Abschnitte geben, bei denen man hin und wieder schwimmen muss. Ich hoffe, dass das heute nicht der Fall sein wird, denn bis jetzt ist mir das Wasser h&#246;chstens bis zum Knie gestanden.</p>
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</p>
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</p>
<p>Im Gegensatz zum Kolob Creek ist der Orderville Canyon sehr interessant und auf jeden Fall einen Abstecher wert. Man muss n&#228;mlich ein wenig Klettergeschick mit sich bringen, um die ohne Bewilligung erlaubte Meile bis den Veiled Falls hinter sich zu bringen. Erst beginnt der Canyon sehr eng, dann scheinen die W&#228;nde aus Gold zu sein und schliesslich erreicht man die nicht sehr imposanten aber sehr fotogenen Veiled Falls. In meinen Augen ist der Abstecher ein Muss, wenn man genug Zeit dazu hat.</p>
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</p>
<p>Kaum aus dem Orderville Canyon zur&#252;ck in den Narrows, kommt mir nach der ersten Biegung das Paar aus Tampa entgegen, das ich vorgestern auf dem Obervation Point getroffen habe. Sie erz&#228;hlen, dass sie noch immer nicht auf Angels Landing gewesen seien und fragen, wie weit es noch bis zur Wall Street w&#228;re. Ein paar Minuten sp&#228;ter verabschiede ich mich und mache mich z&#252;gig bis zum Ende bzw. aus meiner Sicht bis zum Beginn des geteerten Riverside Walks. Obwohl die Narrows noch immer sehr sehenswert sind, interessieren sie mich inzwischen nicht mehr ganz so sehr. Ich denke, ich habe mich inzwischen statt gesehen oder es hat auch vielleicht etwas damit zu tun, dass f&#252;r meinen Geschmack zu viele Leute unterwegs sind. Interessant finde ich aber, dass man mit dem grossen Rucksack an allen Ecken mit Bewunderung angeschaut wird und beinahe jeder Zweite fragt ganz neugierig, ob man die ganzen Narrows gemacht habe und ob man auch dort &#252;bernachtet habe. Scheinbar wird dies von vielen als ein ganz grosses Abenteuer angesehen, obwohl dies meiner Meinung nach von allen – abgesehen von total unsportlichen Zeitgenossen – mit Leichtigkeit geschafft werden kann.</p>
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<p>Gegen 13.15 Uhr beim Riverside Walk angekommen und nie weiter als bis zur Hose nass geworden, wasche ich noch einmal den Sand aus den Socken und den Schuhen und muss mich wieder mal &#252;ber deutsche Touristen wundern die glauben, dass Deutsch eine elit&#228;re Sprache sei die fast niemand versteht. Als ich n&#228;mlich mit dem R&#252;cken zu meinem Rucksack sitze und meine Schuhe und die Socken mehr schlecht als recht vom Sand befreie, am&#252;sieren sich drei k&#246;stlich dar&#252;ber, dass sich ein Eichh&#246;rnchen gerade an meinen Rucksack ranmacht, um Essbares zu finden. Als ich mich gespielt „zuf&#228;llig“ umdrehe sehe ich gerade, wie das Eichh&#246;rnchen auf seinen Hinterbeinen steht, sich mit den Vorderbeinen am Rucksack anlehnt und herumschnuppert. Nach einem „get lost!“ und der entsprechenden verscheuchenden Handbewegung sucht das Tier das Weite und die deutschen Touris sind entt&#228;uscht, dass ich ihnen den Spass verdorben habe.</p>
<p>&#220;berhaupt wimmelt es hier nur so von Touristen. Als ich schnellen Schrittes Richtung Temple of Sinawava eile, h&#246;re ich Deutsche, Franzosen, Italiener und auch ein Rudel schwer mit Kameras bepackter Japaner kommt mir entgegen, dicht gefolgt von einem ebenfalls schwer mit Kameras behangenen Rudel Chinesen. An jeder Ecke sitzen die von den Touristen gef&#252;tterten Eichh&#246;rnchen, die sich brav fotografieren lassen. Ich bin zwar selber auch nur ein Tourist aber ich mag es ganz und gar nicht, an diesen Umstand erinnert zu werden, weswegen ich jetzt einfach nur noch zum Shuttle und raus aus dem Park will. Endlich im Shuttle kann ich entspannt die Fahrt geniessen. W&#228;hrend mir vorgestern die Fahrt mit dem Shuttle viel zu langsam vorgekommen ist, gef&#228;llt es mir heute, einfach nur gem&#252;tlich da zu sitzen, und Landschaft und Leute zu beobachten.</p>
<p>Beim Visitor Center mache ich mich noch schnell &#252;ber die l&#228;stigen St&#246;renfriede der letzten Nacht kundig, kaufe mir beim Sol Foods Market &amp; Deli einen 6-Pack Bier und ein paar Fr&#252;chte, und h&#252;pfe dann in den Springdale Shuttle, der mich zum Hotel bringen soll. Als das Shuttle losf&#228;hrt, ruft mir ein Mann in Anspielung auf meinen grossen Rucksack zu, dass ich meine Frau nun wieder rauslassen k&#246;nne.</p>
<p>Beim Hotel angekommen wasche ich die Schuhe samt der Socken gewissenhaft mit einem Gartenschlauch und lasse sie dann auf der Veranda zum Trocknen liegen. Nach einer gr&#252;ndlichen Dusche g&#246;nne ich mir ein Bierchen und schmeisse mich aufs Bett, um ein wenig in den Fernseher zu starren. Da nichts Interessantes l&#228;uft, packe ich meinen Laptop und fahre mit dem Trailblazer zur&#252;ck zum Sol Foods Market &amp; Deli. Auf dem Weg dorthin bringe ich noch die Schuhe, Socken und den Stock zur Zion Adventure Company zur&#252;ck. Beim Sol Foods Market &amp; Deli muss ich feststellen, dass mein WLAN Schl&#252;ssel nicht mehr funktioniert. Mary ist noch immer auf Gesch&#228;ftsreise, also haue ich deswegen den anderen Co-Chef an, der gerade da ist. Er habe den Schl&#252;ssel gestern ge&#228;ndert und gibt mir gleich den neuen. Kaum im Internet surfe ich gleich zur Webseite der Detroit Lions, um noch einmal zu best&#228;tigen, dass morgen um 10.00 Uhr Eastern die Karten f&#252;r einzelne Spiele zum Verkauf freigegeben werden. Detroit Tix hat mir ja schon vor einiger Zeit die Auskunft gegeben, dass von den 65&#8242;000 Karten pro Spiel nur etwas 4&#8242;000 in den freien Verkauf kommen und dass die innerhalb weniger Minuten ausverkauft sein werden. 10.00 Uhr Eastern, da m&#252;sste ich ja um 7.00 Uhr zuschlagen, aber Sol Foods Market &amp; Deli &#246;ffnet erst um 7.00 Uhr. Bis meine 6 Jahre alte Pentium III Rochel aufgestartet ist und ich endlich im Internet bin, sind doch l&#228;ngst alle Karten weg! Ich schildere dem Co-Manager mein Dilemma und der gibt gleich Anweisung, mich morgen schon um 6.45 Uhr reinzulassen. Toll, das gef&#228;llt mir! Ich surfe noch ein wenig im Internet herum und beschliesse dann, mir bei der Zion Pizza &amp; Noodle Co. eine ordentliche Pizza zu holen.</p>
<p>Leider stell sich vor Ort heraus, dass die nur Cash akzeptieren und da ich mir dass wenige verbleibende Bargeld noch aufbewahren m&#246;chte, fahre ich gleich weiter zum Bit and Spur Saloon. Dort bestelle ich mir mit der Chicken Fajita eine meiner absoluten Leibspeisen, die sogar noch bei den &#8220;House Favorites&#8221; zu finden ist. Die Vorfreude wird aber schnell getr&#252;bt, denn so eine mickrige und absolut durchschnittlich schmeckende Fajita ist mir in meinem ganzen Leben noch nie aufgetischt worden. Nicht mal einen Teller bekomme ich, um dort die Fajita zu beladen und zu rollen. Dass das einer der besten Mexikaner in Utah sein soll, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Unterm Strich kann ich niemandem raten hier zu speisen. Es bleibt zum Gl&#252;ck die einzige kulinarische Entt&#228;uschung auf meiner ganzen Reise.</p>
<p>Entt&#228;uscht fahre ich zur&#252;ck zum Hotel und sehe noch ein wenig, was im TV l&#228;uft. Da ich jetzt noch genug Zeit an der Hand habe beschliesse ich, heute schon die Koffer so weit wie m&#246;glich flugfertig zu packen. Dann muss ich mich in Las Vegas nicht damit besch&#228;ftigen. Nachdem die Koffer schon beim Hinflug zum Bersten voll gewesen sind (alleine meine Wanderutensilien f&#252;llen schon einen ganzen Koffer) und ich inzwischen auch schon wieder ein paar neue Sachen gekauft habe, erweist sich das Unterfangen als echte Herausforderung. Jeder erdenkliche Hohlraum wird ausgenutzt, sogar die Nalgene-Flaschen werden mit Gegens&#228;nden gef&#252;llt. Was die Gewichtsverteilung anbelangt, muss ich einfach grob sch&#228;tzen. Irgendwann schlafe ich ersch&#246;pft ein. Nat&#252;rlich nicht, ohne vorher den Wecker auf 6.00 Uhr gestellt zu haben. Will ja nicht die Chance auf meine Lions Tickets verschlafen.</p>
<p>Gefahrene Meilen: 3.4</p>
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		<title>Tag 12 &#8211; Immer rein ins Vergn&#252;gen</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Aug 2007 18:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[The Narrows]]></category>
		<category><![CDATA[The Narrows Top to Bottom]]></category>
		<category><![CDATA[Utah]]></category>
		<category><![CDATA[Westen 2007]]></category>
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		<category><![CDATA[Kolob Creek]]></category>
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		<description><![CDATA[Um 6.00 Uhr werde ich von einem regelrechten Gebimmel geweckt. Um die Abfahrt in die Narrows ja nicht zu verpassen, habe ich vorsichtshalber alles als Wecker benutzt, dass mir in die Finger gekommen ist. Obwohl ich durchs ganze Hotelzimmer flitzen muss, um die St&#246;renfriede zum Schweigen zu bringen, bin ich noch immer hundem&#252;de und schmeisse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">Um 6.00 Uhr werde ich von einem regelrechten Gebimmel geweckt. Um die Abfahrt in die Narrows ja nicht zu verpassen, habe ich vorsichtshalber alles als Wecker benutzt, dass mir in die Finger gekommen ist. Obwohl ich durchs ganze Hotelzimmer flitzen muss, um die St&#246;renfriede zum Schweigen zu bringen, bin ich noch immer hundem&#252;de und schmeisse mich erst mal unter die Dusche, um wach zu werden. Anschliessend trotte ich schwer bepackt quer &#252;ber die Strasse zur Zion Adventure Company, wo um 6.30 Uhr das Shuttle Richtung Chamberlains Ranch abfahren soll. Ich habe das Gef&#252;hl, sp&#228;t dran zu sein und als ich kein Shuttle sehen kann bef&#252;rchte ich schon, dass die ohne mich abgefahren sind. Dann entdecke ich vor dem Geb&#228;ude ein Paar auf einer Parkbank sitzen. Sie erz&#228;hlen, sie h&#228;tten eigentlich eine Fahrt gebucht aber heute Morgen einen Anruf bekommen, dass ihr Kind ins Spital eingeliefert worden w&#228;re. Sie w&#252;rden sich deshalb auf dem Weg nach Hause machen und nicht mitfahren. Normalerweise w&#228;re das Shuttle aber immer schon zeitig da, das k&#228;me ihnen schon seltsam vor. Nach und nach treffen noch vier weitere Mitfahrer ein, vom Shuttle ist aber noch immer nichts zu sehen. Schliesslich h&#228;lt ein Gel&#228;ndewagen direkt vor uns und der Fahrer erkl&#228;rt uns, er w&#252;rde uns zur Chamberlains Ranch bringen. Er sei eigentlich ein Guide, h&#228;tte heute seinen freien Tag und sei noch nie bei der Chamberlains Ranch gewesen. Sein Chef habe ihn gestern Abend angerufen und gefragt, ob er nicht Shuttle spielen wolle weil der eigentliche Fahrer mit seinem Van Schiss habe, und sich weigere zu fahren. Im Sinne von „das hat sich also doch gelohnt, gestern Abend so l&#228;stig wie eine Oktober-Fliege gewesen zu sein“ zaubert mir diese Aussage ein schelmisches Grinsen aufs Gesicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Der Fahrer ist sich aber noch nicht sicher, ob er wirklich fahren soll und meint dann, dass wir zumindest den halben Fahrpreis zahlen m&#252;ssten, falls wir es nicht schaffen und umkehren m&#252;ssen. Damit sind nat&#252;rlich alle einverstanden und nach der von mir ausgegeben Parole „no risk, no fun“ (ist ja nicht mein Auto) geht die Fahrt auch schon los. Neben mir mit von der Partie sind zwei Typen aus Cincinnati, die die Narrows in einem Tag machen wollen, und Deb und Mike, ein &#228;lteres P&#228;rchen aus Syracuse, die so wie ich in den Narrows zelten werden. Die Fahrt gestaltet sich als recht kurzweilig, geradezu famili&#228;r. Niemand sitzt still vor sich hin, sondern es herrscht ein reger Erfahrungsaustausch, eine Geschichte nach der anderen wird zum Besten gegeben. Nach etwa einer Stunde Fahrt verlassen wir die geteerte Strasse. Der Fahrer meint, dass dies der entscheidende Moment sei. Ihm habe man gesagt, dass man schon anhand der ersten hundert Yards sehen k&#246;nne, wie der Zustand der gesamten Strecke sei. Wenn das stimmt, dann sollte es keine Probleme geben, denn der erste Abschnitt ist in tadellosem Zustand. Etwa 15 Minuten sp&#228;ter stellt sich dann aber heraus, dass diese 100 Yards Faustregel dann nicht stimmt, wenn es im weiteren Streckenverlauf deutlich mehr geregnet hat als auf diesen ersten 100 Yards. Statt im tadellosen Zustand zeigt sich die Strasse inzwischen mit der gestern angesprochenen Schlammschicht. Es ist Zeit, den Allradantrieb zu aktivieren und weiter geht es mit zwar vermindertem, aber noch immer recht z&#252;gigem Tempo. Man sp&#252;rt regelrecht, wie das Auto ein wenig hin und her schlingert und vor allem in den Kurven ist das Rutschen gut mit dem Hintern zu sp&#252;ren. Wir sind heute aber trotz der fr&#252;hen Stunde nicht die ersten, denn vor uns im Schlamm k&#246;nnen wir die Spur eines Vans sehen. Das wird wohl der Van des anderen kommerziellen Shuttles sein. Die sind aber offensichtlich nicht mit Allrad unterwegs, denn der Verlauf der Spur sieht schon recht abenteuerlich aus. An einer Stelle muss der Van direkt seitlich in den Strassengraben gerutscht sein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Nach etwa 1 ½ Stunden Fahrt erreichen wir das Farmhaus der Chamberlains Ranch. Rechts am Strassenrand steht ein weisser Van, vom Fahrer ist nichts zu sehen. Pl&#246;tzlich halten wir an. Vor uns in einer Kurve besteht die Strasse nur noch aus einem riesigen Schlammloch dessen Tiefe nicht wirklich absch&#228;tzbar ist. Auf der rechten Seite kann man die Fahrspuren des Vans sehen, der da offensichtlich stecken geblieben ist. M&#246;chte wissen, wie der da wieder rausgekommen ist. Der Fahrer fragt uns, ob wir weiterfahren sollen. Dies wird von uns allen nat&#252;rlich bejaht mit dem Hinweis, dass es ja nicht unser Auto sei. Er denkt ein wenig nach, peilt dann den linken Rand des Schlammlochs an und gibt Vollgas. Wir jubeln wie in einer Achterbahn, links und rechts spritzen Schlammfont&#228;nen weg und wenige Sekunden sp&#228;ter sind wir schon wieder auf einigermassem festen Untergrund. Der Witz an der Sache ist aber der, dass keine 200 Meter weiter die Strasse f&#252;r Fahrzeuge gesperrt ist und die Wanderung in die Narrows beginnt. Was soll&#8217;s, lustig war&#8217;s und das bisschen Dreck macht dem Auto auch nichts.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Es ist leicht neblig, sollte aber laut Wetterbericht ein sch&#246;ner Tag werden. Kurz vor 08.00 Uhr mache ich mich mit Deb und Mike auf den Weg, die zwei Day-Hiker aus Cincinnati sind schon l&#228;ngst abged&#252;st, die haben es schliesslich eilig. Eigentlich wandert man die ersten drei Meilen auf einer Dreckstrasse neben dem Virgin River, bevor es am Ende der Strasse erst ins Wasser geht. Da aber gerade Strassenarbeiten stattfinden, werden die Wanderer bereits ganz am Anfang in den Virgin River umgeleitet. Kaum zu glauben, dass das hier der Beginn der Narrows sein soll.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</a>
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Zusammen mit Deb und Mike marschiere ich also los und wage schon bald die erste &#220;berquerung der Virigin Rivers, quasi um mit der Materie vertraut zu werden bevor es richtig zur Sache geht. Schon komisch, einfach so durch Wasser zu spazieren, ist man sich doch seit Kindestagen gewohnt, ja nicht nass zu werden und lieber von einem Stein zum anderen zu h&#252;pfen. Versch&#228;rfend kommt noch hinzu, dass das Wasser wegen der Regenf&#228;lle der letzten Tagen noch immer sch&#246;n braun ist und man den Boden absolut nicht sehen kann, weswegen der Stock nicht nur zum Balancieren sondern auch zum Stochern zwecks Feststellung der Tiefe verwendet wird. Mike ist noch immer mit seinen Turnschuhen unterwegs und als er sich nach etwas 15 Minuten Marschierens endlich entschliesst, seine Canyoneers 5.10 anzuziehen, schickt mich Deb alleine weiter. Ich sei schliesslich deutlich schneller und sie w&#252;rden mich nur aufhalten. Recht hat sie, also geht es alleine weiter entlang des Virgin Rivers. Einige Zeit sp&#228;ter f&#252;hrt der Fluss entlang einer Container-Siedlung, in der offensichtlich die Strassenarbeiter hausen. Ich sehe einen der Arbeiter, der gerade versucht, mit einem Schlauch seinen Jeep Wrangler vom Schlamm zu befreien. Das Auto ist von oben bis unten mit Schlamm bedeckt, sowas habe ich noch nie gesehen. M&#246;chte wissen, wo der damit gefahren ist. Nach dieser Container-Siedlung wird es mir zu bl&#246;d, also steige aus dem Virgin River und folge der parallel verlaufenden Strasse (wenn man die denn so nennen darf) Richtung deren Ende. Falls mir irgendwelche Baumaschinen entgegen kommen, kann ich ja noch immer wieder in den Fluss ausweichen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">An dieser Stelle w&#252;rde normalerweise erst n&#228;here Bekanntschaft mit dem Virgin River geschlossen werden, da meine F&#252;sse aber l&#228;ngst schon nass sind, st&#252;rze ich mich in die Fluten. Nat&#252;rlich &#252;bertreibe ich hier masslos, denn der Virgin River ist noch immer ein Bach und da von den Narrows erst ansatzweise hier und da eine Felswand zu sehen ist, marschiert man meist am Ufer des Virgin Rivers und wechselt hin und wieder die Seite. Obwohl die Felsw&#228;nde zu Beginn noch alles andere als eindr&#252;cklich sind, macht die Wanderung schon jetzt einen riesigen Spass, weil man ganz neugierig um jede Ecke linst, um zu sehen, was da neues auf einen zukommt. Je weiter man dem Virgin River folgt, desto eindr&#252;cklicher wird n&#228;mlich das ganze. Man wird quasi ganz behutsam an die Narrows herangef&#252;hrt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Nach einiger Zeit stosse ich auf eine Gruppe von Amerikanern, die gerade eine Pause machen. Es stellt sich heraus, dass sie mit dem weissen Van unterwegs waren. Auf meine Frage, wie sie denn das Teil wieder aus dem Schlammloch gebracht h&#228;tten meint einer, sie h&#228;tten Schneeketten verwendet. Dann fragt er mich, woher ich k&#228;me. Als ich ihm erkl&#228;re, dass ich aus Liechtenstein komme meint der nur ganz trocken, dass er am vergangenen Sonntag gerade noch in Liechtenstein gewesen sei, zeigt dann auf den Burschen neben sich und meint, dass seine Mutter aus Sargans k&#228;me. Das ist ja bekanntlich nur einen Steinwurf von Liechtenstein entfernt. Wie klein die Welt doch ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Ich verabschiede mich und mache mich weiter auf zu meinem Tagesziel, dem Zeltplatz #6, der gem&#228;ss Karte rechterhand ein St&#252;ckchen unterhalb des Zusammenflusses mit dem Kolob Creek liegt. Auch an dieser Stelle muss ich die Bilder f&#252;r sich sprechen lassen, denn weil ich heute mehr als genug Zeit habe bin ich irgendwie v&#246;llig zeitlos unterwegs und kann diesbez&#252;glich nicht einmal genauere Angaben machen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Kurz nach 12.00 Uhr erreiche ich Zeltplatz #1 und direkt danach den einzigen Wasserfall auf der Route. Der l&#228;sst sich aber gl&#252;cklicherweise linkerhand sehr leicht umgehen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Wieder lasse ich hier die Bilder f&#252;r mich sprechen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</a>
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Kurz vor 13.00 Uhr erreiche ich den Zusammenfluss mit Deep Creek, der die Wassermenge des Virgin Rivers verdreifacht. Das Wandern im Fluss ist aber noch immer problemlos m&#246;glich. Nach einigen Stunden unterwegs im Flussbett kann ich trotz des braunen Wassers anhand der Flussgeschwindigkeit, der Oberfl&#228;che und des Verlaufs des Wassers schon sehr gut einsch&#228;tzen, wo die tiefen Stellen liegen. Aus diesem Grund stehe ich auch mit der dreifachen Wassermenge den ganzen Tag &#252;ber nie tiefer als bis zum Knie im Wasser. Dennoch wird mit dem Stock als Tiefenmessger&#228;t immer erst gestochert, bevor ich mich ins Wasser wage oder den n&#228;chsten Schritt setze.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</a>
</p>
<p>Etwa eine halbe Stunde sp&#228;ter erreiche ich den Zusammenfluss mit dem Kolob Creek. Jetzt m&#252;sste dann bald mal mein Zeltplatz #6 auftauchen. Das Wasser des Kolob Creek ist im Gegensatz zum Virgin River und zum Deep Creek sauber, von daher weiss ich schon, wo ich sp&#228;ter meine Wasservorr&#228;te erg&#228;nzen werde.</p>
<p>An jeder Ecke vermute ich nun meinen Zeltplatz, der will aber einfach nicht auftauchen. Wenigstens ist dieser Abschnitt weiterhin etwas f&#252;rs Auge.</p>

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</a>

<p>Irgendwann erreiche ich dann doch endlich einen Zeltplatz, nur handelt es sich dabei nicht um meine Nummer 6, sondern um den Zeltplatz #7. Kann doch nicht sein, dass ich 1-5 und 7 gefunden habe, aber genau meine Nummer 6 nicht. &#196;rgerlich, aber es hilft alles nichts. Deswegen marschiere ich also wieder den Fluss hinauf hinauf Richtung Kolob Creek, dieses Mal aber mit erh&#246;hter Aufmerksamkeit. Schon wieder in der N&#228;he des Kolob Creek kommt mir die Gruppe Amerikaner von heute Morgen entgegen. Auch die haben den Zeltplatz #6 nicht gesehen. Also geht die Suche weiter. Wenige Meter vor dem Zusammenfluss mit dem Kolob Creek habe ich die Nase langsam voll und werde auch langsam m&#252;de. Immerhin schleppe ich, abgesehen von einer einzigen k&#252;rzeren Pause, den riesigen Rucksack schon seit fast 6 Stunden auf meinem Buckel herum. Bis hierher hat er mich &#252;berraschenderweise nicht gest&#246;rt, da ich jetzt aber nur noch meinen Zeltplatz finden will, f&#252;hlt er sich pl&#246;tzlich an, als ob er bis an den Rand mit Blei gef&#252;llt w&#228;re. Ich setze mich auf einen grossen Felsen, lege den Rucksack ab, geniesse den Blick g&#246;nne mir ein paar Schluck Iso und verputze dabei gen&#252;sslich einen Bagel und einen Apfel. Nachdem meine Lebensgeister wieder geweckt sind beschliesse ich, den Rucksack einfach hier liegen zu lassen, und mich vom Kolob Creek auf der rechten Flussseite mitten durchs Geb&#252;sch zu k&#228;mpfen. Irgendwo hier in der N&#228;he muss der Zeltplatz ja sein. Gesagt getan, auf allen Vieren klettere ich den Hang hinauf und siehe da, ich stehe direkt neben dem von mir gesuchten Zeltplatz. Hat die Suche also keine Minute gedauert. Schnell schreite ich den Platz ab und stelle fest, dass a) der gelbe, den Zeltplatz markierende Pfosten nicht nur ein paar Meter hoch &#252;ber dem Fluss und zudem recht verdeckt steht, sondern dass auch b) der eigentlich Zugang zum Zeltplatz Seitens des Kolob Creek ist. Eigentlich m&#252;sste der Zeltplatz also nicht die Adresse Virgin River #6, sondern korrekterweise Kolob Creek #1 tragen. Ich klettere schnell runter zu meinem Rucksack, wuchte ihn den Hang hoch und k&#252;mmere mich um das Aufstellen meines Zeltes. Inzwischen ist es 14.00 Uhr, ich habe also ca. 6 Stunden gebraucht, wie auf der Karte vorgesehen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Nachdem das Zelt steht, ist es Zeit, die n&#228;here Umgebung ein wenig zu erkunden, und vor allem um festzustellen, wie ich nur den Zeltplatz #6 &#252;bersehen k&#246;nnte. Jetzt wo das Zelt dort steht ist er nat&#252;rlich nicht mehr sehr schwer auszumachen.</p>

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</a>

<p style="margin-bottom: 0cm">Abschliessend schiesse ich noch schnell ein Foto vom Zusammenfluss des Kolob Creek mit dem Virgin River.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</a>
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Das saubere Wasser des Kolob Creek schreit nat&#252;rlich f&#246;rmlich danach, diesem ein St&#252;ck bachaufw&#228;rts zu folgen, und vielleicht ein paar Fotos mit klarem Wasser zu schiessen. Nur mit der Digicam und dem Stock ausger&#252;stet mache ich mich auf und erkenne, wie viel schnell man doch vorw&#228;rts kommt, wenn man den Boden des Baches sehen kann. Ich komme z&#252;gig voran, kann sogar Fische im Bach schwimmen sehen und schiesse das eine oder andere Foto.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
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</a>
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">So spektakul&#228;r ist der Kolob Creek aber nicht, d.h. man kann sich den Abstecher ersparen, wenn man im Virgin River klares Wasser vorfindet. F&#252;r mich ist das aber eine tolle Abwechslung und ich dringe deswegen tiefer vor als beabsichtigt. Schliesslich kehre ich dann aber doch wieder um weil ich alle meine Wertsachen beim Zelt gelassen und nichts zum Trinken dabei habe.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Zur&#252;ck beim Zeltplatz ist es Zeit, endlich mal die nassen Schuhe und vor allem die Neopren-Socken loszuwerden. Meine F&#252;sse sehen aus wie die einer Wasserleiche, ist fast nicht anzusehen. Sorgf&#228;ltig wird der Sand aus Schuhen und Socken gewaschen und &#252;ber den n&#228;chsten Baum zum Trocknen gehangen. Um das Zelt herum liegt feiner Sand, deswegen kann ich bequem barfuss herummarschieren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Inzwischen ist es schon 16.00 Uhr, also Zeit f&#252;r einen 4-Uhr-Tee. Schnell frisches Wasser im Kolob Creek geholt, das Wasser ausreichend lange kochen lassen, um allf&#228;llige Krankheitserreger zu eliminieren und schon ist es Zeit f&#252;r eine Tasse Tee. Ich lege mich mit der neuen Ausgabe des Grundmann-Reisef&#252;hrers gem&#252;tlich ins Zelt und &#252;berlege mir schon eine m&#246;gliche Reiseroute f&#252;r den n&#228;chsten Sommer. Dieses Mal habe ich vorgesorgt, weil ich gewusst habe, dass ich alleine am Zeltplatz sein werde. An jedem Zeltplatz darf n&#228;mlich nur eine Gruppe &#252;bernachten, und wenn die Gruppe nur aus einer Person besteht, dann ist man eben alleine. Der Zeltplatz bietet zwar keine sch&#246;ne Sicht und sieht aufgrund der umgest&#252;rzten B&#228;ume ein wenig chaotisch aus, aber wegen der Frischwasserzufuhr direkt vor der Zeltt&#252;re bin ich sehr zufrieden damit. Ausserdem hat man wie bei einer Raubritterburg einen strategisch gelegenen, erh&#246;hten Platz von dem man alles sehen kann, was sich am Virgin River tut. Deswegen sehe ich auch Deb und Mike, die es inzwischen auch schon bis hierher geschafft haben. Sie m&#252;ssen noch weiter bis zum Zeltplatz #8, bevor sie sich auf die faule Haut legen k&#246;nnen. Kurze Zeit sp&#228;ter sehe ich noch eine Gruppe junger M&#228;nner bevor ich irgendwann &#8211; inzwischen nach der zweiten Tasse Tee &#8211; unbeabsichtigt einfach einschlafe. Gegen 18.00 Uhr wache ich wieder auf und habe einen B&#228;renhunger. Auf dem Men&#252;plan steht heute ein Thai-S&#252;ppchen und Teriyaki-Chicken mit Reis. Nach dem Abendessen wird die K&#252;che aufger&#228;umt, alles abgewaschen und der Zeltplatz fein s&#228;uberlich von s&#228;mtlichem M&#252;ll befreit. Da keine B&#228;ren zu bef&#252;rchten sind, h&#228;nge ich den M&#252;llsack praktischerweise direkt neben dem Zelt &#252;ber den Stumpf eines abgebrochenen Astes und lagere alle verbleibenden Lebensmittel direkt neben meinem Kopf im Zelt. Der Rucksack wird auf einen Stein gelegt und regenfest gemacht. Man weiss ja nie. Sicherheitshalber nehme ich aber vorher die F&#228;kalien-T&#252;te noch heraus. Wenn die Amis sagen „pack everything out“, dann meinen die das auch. Will heissen, dass man auch die F&#228;kalien nicht einfach irgendwo abladen kann, sondern die ebenfalls raustragen hat. Bisher hat mir mein Darm das immer erspart, aber heute bin ich mir nicht mehr so sicher, dass diese Gl&#252;cksstr&#228;hne anhalten wird. Im Zion National Park ist die F&#228;kalien-T&#252;te hochmodern. Bisher habe ich die immer nur in Form von Papier-T&#252;ten mit Katzenstreu erlebt. Als ich die Bedienungsanleitung auf der R&#252;ckseite lese, kommt mir spontan das Lied „Der Nippel“ von Mike Kr&#252;ger in den Sinn: „Sie m&#252;ssen nur den Nippel durch die Lasche zieh&#8217;n und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben dreh&#8217;n. Da erscheint sofort ein Pfeil und da dr&#252;cken sie dann drauf und schon geht die Tube auf“. Gegen 19.00 Uhr schm&#246;kere ich wieder mit meiner Stirnlampe im Grundmann und schlafe dann irgendwann friedlich ein. Ein wirklich toller Tag!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Gefahrene Meilen: 0.0</p>
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		<title>Tag 11 &#8211; Sch&#246;ne Ausblicke und kleine Unsicherheiten</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Aug 2007 21:30:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wache ich erst gegen 8.30 Uhr auf. Ich habe mir keinen Wecker gestellt, weil ich heute mehr als genug Zeit zur Verf&#252;gung habe. Schliesslich steht nur eine nicht allzu anstrengende Tageswanderung auf dem Programm. Urspr&#252;nglich sind drei Wanderungen zur Auswahl gestanden, da der West Rim Trail wegen eines Feuers im letzten Monat aber noch immer geschlossen ist, sind des nur noch deren zwei, die sich zudem innert weniger Stunden bew&#228;ltigen lassen m&#252;ssten. Es sind dies die Wanderungen auf Angels Landing und zum Observation Point. Meine Wahl f&#228;llt auf den Observation Point, weil ich vor der letzten Passage auf Angels Landing einfach zu viel viel Respekt habe. Es ist nicht so, dass ich mir den Abschnitt nicht zutrauen w&#252;rde, denn in den Alpen habe ich schon ganz andere Klettersteige erlebt, aber der grosse Unsicherheitsfaktor sind hier bestimmt die Massen an Leuten, die mit schlechtem Schuhwerk unterwegs sind. Ich habe keine Lust, mich von jemandem, der im Fallen nach allem und jedem greift, mitreissen zu lassen. Letztes Jahr ist dort eine 34 j&#228;hrige Frau aus Las Vegas in den Tod gest&#252;rzt und getreu dem Motto „Vorsichtig ist die Porzellankiste“ meiner Mutter f&#228;llt meine Wahl deswegen auf den Observation Point.</p>
<p>Erst versuche ich aber erneut, das Internet zum Laufen zu bringen. Nachdem mir dies wieder nicht gelingt, stiefle ich zur Rezeption in der Hoffnung, dass heute jemand dort sitzt, der ein wenig mehr Ahnung hat als der Typ von gestern. Die Dame kann mir aber auch nicht weiterhelfen und verbindet mich telefonisch gleich mit der Chefin Mary, die das WLAN eingerichtet hat. Mary zeigt sich ob meiner Vorschl&#228;ge, wie man das WLAN f&#252;r alle G&#228;ste einfacher machen k&#246;nnte total unkooperativ und beantwortet meine Fragen und Vorschl&#228;ge mit den drei typischen Beamten-Antworten: „Das habe ich immer schon so gemacht“, „Das habe ich noch nie so gemacht „ und „Da k&#246;nnte ja jeder kommen“. Immerhin schl&#228;gt sie mir vor, ich k&#246;nne ja zu ihr zum Sol Food Market kommen und das Internet dort ausprobieren. Das lass ich mir nicht zwei Mal sagen, packe meinen Laptop und fahre die kurze Strecke um Sol Food Market, direkt am Parkeingang. Komischerweise funktioniert dort alles, obwohl Mary mir unz&#228;hlige Male versichert, sie habe im Hotel alles identisch eingerichtet. Sie meint, ich k&#246;nne hier umsonst surfen, solange ich Gast in ihrem Hotel bin.</p>
<p>Da ich nun schon mal da bin, bestelle ich mir ein Fr&#252;hst&#252;ck, lade einen weiteren Tagesbericht auf meine Webseite hoch und bringe auch das Fotoalbum auf den neuesten Stand. Die Zeit vergeht wie im Flug und gegen 11.00 Uhr werde ich hektisch. Ich muss ja der Adventure Company bis Mittag bekannt geben, ob ich morgen mit dem Shuttle zur Chamberlains Ranch will, ansonsten sie die bereist bezahlten Fahrkosten auf jeden Fall behalten. Dazu m&#252;sste ich aber erst wissen, ob &#252;berhaupt Bewilligungen f&#252;r die Narrows ausgestellt werden. Nach dem Kauf einiger Lebensmittel fahre ich also schnell zur&#252;ck zum Hotel, hole meinen bereits gepackten Rucksack ab und fahre mit dem Shuttle zum Parkeingang. Beim Backcountry Desk erfahre ich, dass ab morgen wieder Bewilligungen zu haben sind. Bevor mir die Tante hinterm Schalter aber die Bewilligung ausstellt, muss ich mir einen Film &#252;ber die Narrows ansehen. Dabei wird die notwendige Ausr&#252;stung aufgezeigt und auch vor Flash Floods gewarnt. Wenn man an einer bl&#246;den Stelle in den Narrows erwischt wird, ist man mausetot. Entweder wird man von dem ganzen Krempel erschlagen, den die Springflut mit sich f&#252;hrt, oder man ertrinkt j&#228;mmerlich. Das T&#252;ckische an der Sache ist, dass im Nationalpark eitel Wonne Sonnenschein herrschen kann, man sich dadurch aber nicht auf der sicheren Seite wiegen darf. F&#252;r eine Springflut reichen n&#228;mlich bereits Regenf&#228;lle im weit entfernten Quellgebiet des Virgin Rivers aus, von denen man in den Narrows unm&#246;glich etwas mitbekommen kann.</p>
<p>Mit der Bewilligung in der Tasche besteige ich das n&#228;chste Shuttle und fahre Richtung Weeping Rocks. Das kostenlose Shuttle ist sicherlich eine tolle Sache, aber man hat bei dem Schnecken-Tempo das Gef&#252;hl, nie am Ziel anzukommen. Schliesslich erreichen wir um 12.30 Uhr endlich die Haltestelle Weeping Rocks. Voller Tatendrang h&#252;pfe ich aus dem Shuttle und mach mich gleich an meine heutige Wanderung. Heute sind 655 H&#246;henmeter und 12 Kilometer hin und zur&#252;ck zu bew&#228;ltigen. Der National Park Service gibt eine Marschzeit von insgesamt 5 Stunden vor. Das kann also nicht so schlimm sein.</p>
<p>Gleich zu Beginn wird nicht lange gefackelt und es geht gleich steil aufw&#228;rts. Das gef&#228;llt mir, denn irgendwo m&#252;ssen die H&#246;henmeter ja gemacht werden und ich latsche nicht gerne kilometerweit, bis es endlich richtig losgeht. Ich bin gespannt, wie die Route verl&#228;uft, denn von unten sieht man nur Felsw&#228;nde. Erst vom Observation Point aus kann man den Verlauf des in den Stein gehauenen Wegs sehr gut erkennen.</p>

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<p>Nach unz&#228;hligen Serpentinen f&#252;hrt der Weg &#252;berraschenderweise in einen Canyon. Damit habe ich nicht gerechnet und bin dar&#252;ber hocherfreut.</p>

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<p>Nach dem Verlassen des Canyons, der schon mal einen kleinen Vorgeschmack f&#252;r die morgen beginnende Narrows-Wanderung bietet, noch ein kurzer Blick zur&#252;ck.</p>

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<p>Dann geht es weiter auf dem Weg, der sich sehr sch&#246;n am Felsen entlang nach oben schl&#228;ngelt. Mir gef&#228;llt das ausserordentlich gut und bin inzwischen heilfroh, mich f&#252;r diesen Weg statt f&#252;r Angels Landing entschieden zu haben.</p>

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<p>Inzwischen ist es Zeit f&#252;r eine Pause, deswegen setzte ich mich gem&#252;tlich hin, geniesse den Blick in die Landschaft und freue mich dar&#252;ber, dass w&#228;hrend der ganzen Pause kein Mensch zu sehen ist. Einfach herrlich!</p>

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<p>Dann geht es weiter. Der in den Fels gehauene Weg windet sich weiter nach oben, bis man das Plateau erreicht. Oben angekommen ist ein nicht mehr allzu langer Fussmarsch bis zum Observation Point zu absolvieren, wo sich mir nach insgesamt 1:50h Anstrengung endlich das ganze Panorama offenbart. Weiter unten ist Angels Landing zu sehen. Schade, dass ich keinen Feldstecher dabei habe, um die Leute dort beobachten zu k&#246;nnen. Ein Paar aus Tampa bittet mich, ein paar Fotos von Ihnen zu schiessen und so kommt man recht schnell ins Gespr&#228;ch. Wie &#252;blich werden die Erfahrungen ausgetauscht, berichtet und nachgefragt, was man schon gesehen hat und was man unbedingt noch sehen muss. Sie m&#246;chte unbedingt noch auf Angels Landing und ist nicht sehr erfreut dar&#252;ber von mir zu erfahren, dass dort letztes Jahr eine Frau zu Tode gest&#252;rzt ist. Als die beiden sich dann wieder an den Abstieg machen klappere ich die nahe liegende Umgebung ab, um ein paar Fotos f&#252;r meinen Reisebericht zu schiessen.</p>

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<p>Dann mache ich mich wieder an den Abstieg und bin nach 1:30h wieder beim Shuttle Stopp. Es ist inzwischen schon ordentlich heiss und ich bin recht k.o. Auf die Emeral Pools habe ich nun keine Lust mehr. Weil ich aber schon da bin, beschliesse ich schnell mal bei den Heulsusen von Felsen, den Weeping Rocks, vorbeizusehen. Die sind in Natura nicht so interessant, dass sich der Weg alleine f&#252;r sie lohnen w&#252;rde, aber aus der richtigen Perspektive geschossen, gelingen doch tolle Fotos die sich als Desktop-Hintergrund gut machen.</p>

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<p>Anschliessend besteige ich wieder das Shuttle Richtung Parkeingang und erwische einen Busfahrer, der sich auch als Alleinunterhalter sieht, einen Witz nach dem anderen reisst und an jeder Ecke eine neue Geschichte zum Zion Nationalpark bereith&#228;lt. Den Mitfahrern gef&#228;llts und ich muss hie und da auch schmunzeln. Auf jeden Fall gestaltet sich die Fahrt relativ kurzweilig. Beim Sol Food Market besteige ich das Springdale Shuttle, das mich wieder zum Hotel bringt. Dort h&#252;pfe ich unter die Dusche und mache mich dann gegen 18.00 Uhr auf zur Zion Adventure Company, die schr&#228;g gegen&#252;ber auf der anderen Strassenseite liegt, um mir dort meine Ausr&#252;stung f&#252;r die Narrows zu holen. Konkret geht es um einen Wanderstock, ein Paar Neopren-Socken und Canyoneer 5.10-Schuhe, mit denen man problemlos im Wasser wandern kann.</p>
<p>Dann der n&#228;chste Schock. Die Mutti hinterm Tresen erkl&#228;rt mir, dass es auf der Zufahrtsstrasse zur Chamberlains Ranch geregnet habe und daher nicht sicher sei, ob das Shuttle &#252;berhaupt fahre. Bei N&#228;sse w&#252;rde sich auf der Strasse eine tiefe Schlammschicht bilden, in der das Shuttle einfach stecken bliebe. Ich solle kurz vor 20.00 Uhr wieder kommen, dann wisse sie schon mehr. Na toll, nicht dass mir jetzt die paar Regentropfen einen Strich durch die Rechnung machen!</p>
<p>Ich beschliesse, inzwischen einen Happen Essen zu gehen. Das Bit and Spur Restaurant and Saloon, das &#252;berall so hoch gelobt wird, ist leider geschlossen. Also stoppe ich schnell beim Hotel und fahre dann mit dem Laptop weiter zum Sol Food Market, wo ich mich im Internet &#252;ber andere Tipps in der N&#228;he schlau mache. Die Wahl f&#228;llt nach kurzer Zeit auf Oscar’s Cafe, das zudem ideal direkt neben der Adventure Company liegt. Da ich nun mal schon da bin, surfe ich noch ein wenig im Internet herum, lade die heutigen Fotos hoch und mache mich dann zur&#252;ck zum Hotel. Auto abgestellt, Laptop zur&#252;ck ins Zimmer und nach einem Blick auf die Uhr festgestellt, dass sich das Essen jetzt fast nicht mehr lohnt. Also schnell bei Oscar’s Cafe gefragt, wie lange die denn ge&#246;ffnet haben (laut Internet soll der Laden schon um 21.00 Uhr dicht machen) und nach Auskunft, dass erst um 22.00 Uhr geschlossen wird, gehe ich r&#252;ber zur Adventure Company.</p>
<p>Dort weiss man noch immer nicht Bescheid, ob das Shuttle f&#228;hrt. Inzwischen hat sich der Chef der Sache angenommen, l&#228;uft mit dem Handy wie in Tiger im K&#228;fig durchs Gesch&#228;ft schimpft und redet wie wild auf jemanden ein. Die Mutti hinterm Tresen meint, sich solle doch einfach sp&#228;ter wieder kommen. Die Narrows will ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, weswegen ich vor Ort bleibe und mich regelm&#228;ssig &#252;ber den Stand der Dinge erkundige. Auf meine Frage, ob ich denn der Einzige sei, der sich f&#252;r die Fahrt interessiere, meint die Mutti hinterm Tresen, dass man den anderen einfach gesagt habe, man w&#252;rde sie telefonisch verst&#228;ndigen, falls die Fahrt nicht stattfinden sollte. Nachdem ich dem Chef erz&#228;hlt habe, wie wichtig mir die Wanderung ist und ich da unbedingt hin m&#252;sse, schickt er mich mit einem Mitarbeiter zum Socken, Schuhe und Wanderstock aussuchen und verschwindet wieder wild gestikulierend mit seinem Handy. Anschliessend muss ich wieder einen Film &#252;ber die Gefahren der Narrows ansehen. Die gehen hier aber wirklich auf Nummer sicher. Kurze Zeit sp&#228;ter taucht der Chef wieder auf, meint es w&#228;re alles in Ordnung f&#252;r die morgige Fahrt und dass ich um 6.00 Uhr hier sein solle.</p>
<p>Erleichtert lade ich die eben gemieteten Utensilien im Hotelzimmer ab und gehe endlich zu Oscar’s Cafe, um dort einen Happen zu essen. Inzwischen habe ich einen B&#228;renhunger, deswegen bestelle ich mir gleich den gr&#246;ssten Burger auf der Karte mit einem ganzen Pfund Fleisch. Dazu Pommes aus Sweet Potatoes und ein Microbrew. Der Burger ist so riesig, dass ich nur mit M&#252;he und Not meinen Mund weit genug aufbekomme, um einen Bissen davon zu nehmen. Sowohl die Pommes als auch der Burger erweisen sich als supergut, ich bin begeistert!</p>
<p>Anschliessend geht es zur&#252;ck zum Hotel, um meinen Rucksack f&#252;r Morgen zu packen. Da bei dieser Wanderung wirklich alles wasserdicht verpackt werden muss, falls man in den Narrows im Virgin River umf&#228;llt, und nat&#252;rlich nebenbei der Fernseher l&#228;uft, bin ich bis nach Mitternacht damit besch&#228;ftigt. Gegen 0.30 Uhr lege ich mich endlich schlafen.</p>
<p>Gefahrene Meilen:  5.6</p>
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		<title>Tag 10 &#8211; Gipfelgl&#252;ck und andere Gegebenheiten</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Aug 2007 18:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cedar Breaks National Monument]]></category>
		<category><![CDATA[Great Basin National Park]]></category>
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<p>Da heute eine voraussichtlich 6 Stunden dauernde Wanderung auf den 3&#8242;982 Meter hohen Wheeler Peak im Great Basin Nationalpark ansteht und allerorts vor den Nachmittagsgewittern gewarnt wird, klingelt heute mein Wecker schon um 4.30 Uhr. Meine sieben Sachen sind bereits gepackt und so sitze ich schon um 5.10 Uhr im Auto und fahre los Richtung Wheeler Peak. Zum Gl&#252;ck habe ich gestern schon getankt, denn ich m&#246;chte ein paar Fotos des Berges w&#228;hrend des Sonnenaufgangs schiessen. Angesichts der recht langen Anfahrt von Ely wird sich das wohl nicht ganz ausgehen. Selber schuld, w&#228;re ich gestern eben fr&#252;her ins Bett. Die Regenwolken von gestern haben sich mehr oder weniger verzogen, das Wetter sollte meiner Wanderung also heute keinen Strich durch die Rechnung machen. Kurz vor 6.30 Uhr erreiche ich den Park. Da sich nicht sehr viele Besucher hierher verirren (im Jahr 2006 waren es nur deren 78&#8242;524), werden  keine Eintrittsgeb&#252;hren verlangt. Zum Vergleich: Yosemite hatte im Jahr 2006 ganze 3&#8242;242&#8242;644 Besucher, der Grand Canyon stolze 4&#8242;279&#8242;439 und der relativ kleine Zion Nationalpark noch immer beachtliche 2&#8242;567&#8242;350.Ich biege ab auf den Wheeler Peak Scenic Drive und d&#252;se Richtung Trailhead. Die Strasse w&#252;rde eigentlich eine z&#252;gige Fahrweise zulassen, vor allem da ausser mir ist sonst kein Mensch unterwegs ist. Da aber nach der ersten Kurve ein Hase die Fahrbahn &#252;berquert und zwei Kurven sp&#228;ter ein Rehbock mitten auf der Strasse steht, drossle ich mein Tempo betr&#228;chtlich, vor allem in den Kurven. Unglaublich, wie viele Tiere hier unterwegs sind. Auf den 12 Meilen bis zum Trailhead z&#228;hle ich zwei Hirschb&#246;cke, zwei Hirschk&#228;lber und acht Hirschk&#252;he. Toll! Auch der Blick auf den Wheeler Peak ist nicht zu verachten.</p>

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<p>Am Trailhead angelangt erfolgen die &#252;blichen Vorbereitungen und um 7.00 Uhr kann es endlich mit der heutigen Wanderung losgehen. Auf dem Programm stehen insgesamt 14 Kilometer bei 885 H&#246;henmetern wof&#252;r ich 6 Stunden veranschlage. Nat&#252;rlich rechne ich damit, schneller als in 6 Stunden zur&#252;ck zu sein. Am Parkplatz steht nur ein anderes Auto, auf dem Gipfel wird man sich also nicht gegenseitig auf die F&#252;sse treten.</p>
<p>Der erste Teil der Wanderung f&#252;hrt eben durch einen recht ansehnlichen Laubwald. Erst wenige Schritt getan, laufen mir schon zwei Beisfussh&#252;hner &#252;ber den Weg. Leider verschwinden sie auch schon wieder im Unterholz, bevor ich die Digitalkamera z&#252;cken kann. Ein paar Schritte weiter l&#228;uft mir schon die n&#228;chste Maultierhirschkuh &#252;ber den Weg. Diese ergreift ob meines Anblicks aber sofort die Flucht. Seh ich denn so furchterregend aus? Da ich aber wenigstens das n&#228;chste Tier auf die Speicherkarte bannen m&#246;chte, halte ich die Digitalkamera schussbereit und siehe da, keine zwei Minuten sp&#228;ter &#252;berrasche ich zwei Hirschk&#252;he und ein Hirschkalb beim gen&#252;sslichen Fr&#252;hst&#252;ck. Ist ja unglaublich, wie viele Tiere hier zu sehen sind. Schnell zwei Fotos geschossen und weiter geht’s, mit der Kamera im Anschlag. &#220;ber den n&#228;chsten Kilometer tut sich aber nichts mehr, deswegen packe ich die Digitalkamera wieder weg. Es kommt, wie es kommen muss: Nach keinen f&#252;nf Minuten erreiche ich eine Lichtung und sehe eine ganze Hirsch-Herde vor mir. Ich z&#228;hle ganze 13 Tiere, die mir zwar den einen oder anderen pr&#252;fenden Blick zuwerfen, mir in der Folge aber keinerlei Beachtung mehr schenken. Ich beobachte die Tiere ein wenig, schiesse das eine oder andere Foto und mache mich dann wieder auf die Socken. Bin ja schliesslich zum Wandern hier.</p>

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<p>Sind bisher keine H&#246;henmeter zu &#252;berwinden gewesen, beginnt an dieser Stelle endlich der eigentliche Anstieg. Zum Eingew&#246;hnen beginnt er aber auf den ersten Kilometern aber nur mit einer leichten Steigung, zudem verl&#228;uft er auch in die „falsche“ Richtung, n&#228;mlich n&#246;rdlich zum Bald Mountain. An der Flanke des Bald Mountains dreht der Wanderweg aber wieder Richtung S&#252;den direkt zum Ziel des Tages, dem Wheeler Peak. Dieser Teil der Wanderung ist sehr sehenswert, weil zum einen der Wheeler Peak st&#228;ndig im Blickfeld liegt und zum anderen immer wieder uralte Grannen- oder Borstenkiefer am Wegesrand stehen. Im Jahr 1964 wurde hier (damals noch kein Nationalpark) einer dieser B&#228;ume gef&#228;llt und damit wohl das wahrscheinlich &#228;lteste Lebewesen der Welt vernichtet. Am Baum wurden erst 4&#8242;844, sp&#228;ter sogar 4&#8242;862 Ringe gez&#228;hlt. Ein &#228;hnlich alter Grannen- oder Borstenkiefer w&#228;chst noch im Gebiet der White Mountains in Kalifornien. Zum Schutz des Baumes wird der genaue Standort aber geheim gehalten.</p>
<p>An der Baumgrenze beginnt dann der eigentliche Aufstieg. Irgendwo m&#252;ssen ja die H&#246;henmeter gemacht werden. Zuvor mache ich aber noch eine kleine Pause und geniesse den Ausblick in die Ebene hinunter. Als ich nach etwa 10 Minuten den Berg wieder in Angriff nehmen will, sprintet ein leicht beladener Wandersmann an mir vorbei, ruft mir noch zu „this is where the fun starts“ und „see you on top“, und huscht leichtf&#252;ssig die Flanke des Berges hoch. Bei dem Tempo d&#252;rfte der wohl eher schon wieder auf dem Weg nach unten sein, wenn ich den Gipfel erreiche. Der Aufstieg gestaltet sich l&#228;ngst nicht so anstrengend wie beim Mount Shasta, dies vor allem deshalb, weil ein trittfester Wanderweg bis auf den Gipfel f&#252;hrt und man sich somit nicht im Ger&#246;ll einen Weg suchen muss.</p>

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<p>Etwa die H&#228;lfte der Flanke hinter mir, &#252;berhole ich einen anderen Wandersmann, der noch immer ganz fasziniert von der wohl sehr kurzen Begegnung mit dem leicht beladenen Wandersmann ist: „Did you see that guy? He was just flying by me. I think he wasn’t even wearing any socks!“.</p>
<p>Das letzte St&#252;ck hat es wirklich in sich, vor allem auch wegen der inzwischen erreichten H&#246;he. Die Blicke ringsum entsch&#228;digen aber mehr als genug f&#252;r die Anstrengungen. Nach 2:50 Stunden erreiche ich den Gipfel und siehe da, der leicht beladene Wandersmann ist wirklich noch hier oben und geniesst die Sonne. Er entpuppt sich als Manager der R.E.I Filiale bei Las Vegas (die ganzen Fotos von R.E.I Mitarbeitern, die in jeder Filiale zu finden sind und die sie bei jensten Outdoor-Aktivit&#228;ten zeigen, sind also nicht gestellt), heisst Mike und ist gestern erst aus dem Zion National Park angereist, von wo er vor dem Wetter gefl&#252;chtet ist. Er erz&#228;hlt mir, dass die Narrows wegen der Regenf&#228;lle derzeit gesperrt sind, diese aber wohl wieder ge&#246;ffnet sein werden, bis ich dort eintreffe. Dein Wort in Gottes Ohr Mike, denn nach dem Mount Shasta muss das 2. Highlight nicht auch noch scheitern. F&#252;r meine Verh&#228;ltnisse bleibe ich recht lang auf dem Gipfel und unterhalte mich mit Mike &#252;ber verschiedene Wanderungen quer durch Nordamerika. Etwa 20 Minuten sp&#228;ter taucht auch der von mir &#252;berholte Wanderer auf. Es ist Curt, der s&#252;dlich von Los Angeles in der Mojave-W&#252;ste lebt. Fr&#252;her, so erz&#228;hlt er, sei es dort noch absolut l&#228;ndlich gewesen. Er sei als Kind noch mit einem Esel in die W&#252;ste marschiert und habe dort gezeltet. Inzwischen gebe es aber sogar Gang-Kriminalit&#228;t. Schwarze gegen Mexikaner. Vor kurzem sei sogar jemand in einem Park erschossen worden w&#228;hrend Kinder dort gespielt haben. H&#228;tte er nicht so einen tollen Job, w&#228;re er schon l&#228;ngst weggezogen. Mit seinen 52 Jahren sei es halt schwer, einen anderen Job zu finden. Nach dem Gespr&#228;ch mit Curt &#8211; Mike hat sich zwischenzeitlich schon verabschiedet &#8211; schiesse ich noch einige Fotos der absolut sehenswerten Umgebung.</p>

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<p>Dann verabschiede ich mich von Curt und mach mich an den Abstieg. 1:30 Uhr und ein paar Maultierhirsch-Sichtungen sp&#228;ter bin ich schon wieder bei meinem Auto. Es ist fast genau Mittag und &#252;ber dem Wheeler Peak haben sich die Wolken schon f&#252;r das Nachmittagsgewitter zusammengezogen.</p>

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<p>Ich setze mich ins Auto und fahre Richtung Cedar City, Utah. Bevor ich den Park verlasse stoppe ich aber noch beim fast ausgestorbenen Visitor Center und erkundige mich nach den Namen der von mir gesehen Tiere. Dabei erz&#228;hlt mir der weibliche Park Ranger, dass irgendein Spassvogel Truth&#228;hne augesetzt habe und es nun im Nationalpark wilde Truth&#228;hne gebe. Ausserdem sei der Park auch Heimat des Gabelbocks, der amerikanische Antilope. Schade, dass ich keine von denen gesehen habe.</p>
<p>Anschliessend geht die Fahrt weiter in Richtung Utah. &#196;hnlich der US-50 bietet auch die die UT-21 jede Menge Landschaft und f&#252;hrt ebenso &#252;ber mehrere Gebirgsketten, die sich aber nicht ganz so weit in die H&#246;he ragen.</p>

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<p>Gegen 15.00 Uhr erreiche ich Cedar City. Da ich noch mehr als genug Zeit habe, beschliesse ich einen Abstecher zum Cedar Breaks National Monument zu machen. Nach einem kurzen Stopp im Burger-Joint Carl’s Jr. fahre ich auf der UT-14 auf &#252;ber 3&#8242;000 Meter hinauf zum National Monument. Die Strasse ist wirklich wundersch&#246;n, alleine deswegen w&#252;rde sich die Fahrt schon lohnen. Aufgrund der Regenf&#228;lle der letzten Tage f&#252;hrt der parallel verlaufene Fluss noch eine Menge Erde mit sich.</p>

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<p>Beim Cedar Breaks National Monument angekommen stelle ich mit Freude fest, dass sich der Abstecher wirklich gelohnt hat. Ich fahre zu s&#228;mtlichen Aussichtspunkten und schiesse &#252;berall meine Fotos, um so viele Eindr&#252;cke wie m&#246;glich mitzunehmen.</p>

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<p>Dann geht es zur&#252;ck nach Cedar City und von dort auf direktem Weg nach Springdale, das direkt beim Parkeingang zum Zion National Park liegt. Gleich als erstes stoppe ich bei der Adventure Company, wo ich mir f&#252;r &#252;bermorgen eine Fahrt zur Chamberlains Ranch buchen m&#246;chte. Die Dame hinter der Kasse kl&#228;rt mich auf, dass f&#252;r morgen vom National Park Service wegen anhaltend hohem Wasser keine Bewilligungen rausgegeben wurden, und dass morgen kein Shuttle f&#228;hrt. Ob es &#252;bermorgen f&#228;hrt, kann sie mir noch nicht sagen. Dennoch buche und bezahle ich eine Fahrt, handle mir aber eine Frist bis morgen Mittag aus, um sie wieder stornieren zu k&#246;nnen. Bis dahin w&#252;rde ich wissen, ob ich eine Bewilligung bekomme oder nicht.</p>
<p>Anschliessend geht es zum Hotel, das direkt schr&#228;g gegen&#252;ber liegt. Mit Freunden stelle ich fest, dass das Hotel &#252;ber kostenloses WLAN verf&#252;gt. Nachdem ich meine ganzen Sachen ins Zimmer geschafft habe, wird nat&#252;rlich sofort das Notebook gestartet, aber der Schl&#252;ssel will einfach nicht funktionieren. Ich frage bei der Rezeption noch einmal nach und der Typ kann mir nicht weiterhelfen. Das sei der Schl&#252;ssel, den ihm seine Chefin gegeben habe, und mehr wisse er auch nicht. Nun gut, werde ich es eben noch einmal probieren. Nach einer halben Stunde Probierens steht fest: Alles vergebene M&#252;he, das WLAN will einfach nicht. Statt im Internet zu Surfen, sortiere ich eben Fotos, bereite sie sie f&#252;r die Webseite auf und schreibe an l&#228;ngst &#252;berf&#228;lligen Tagesberichten. Draussen ist es inzwischen schon l&#228;ngst dunkel und weil ich einerseits keinen Hunger versp&#252;re, und es mir andererseits schon sehr bequem gemacht habe, gehe ich nichts mehr essen sondern bleibe stattdessen im Zimmer. Ich bin ausserdem schon recht m&#252;de. Schliesslich bin ich schon lange auf den Beinen und habe gestern vielleicht vier Stunden geschlafen.</p>
<p>Gefahrene Meilen: 343.4</p>
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		<title>Tag 08 &#8211; Ab in die W&#252;ste</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Aug 2007 20:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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<p>Bereits um 6.30 Uhr bin ich wieder wach und beginne gleich damit, meine Koffer fertig zu packen. Das meiste habe ich zwar schon gestern erledigt, weil aber gerade im TV „Scent of a Woman“ l&#228;uft, werde ich st&#228;ndig abgelenkt. Huah! Wenigstens komme ich in den zahlreichen Werbepausen voran. Ein vorsichtiger Biss in die kalte Pizza von gestern offenbart mir, dass sie auch kalt noch gut schmeckt und nach dem Motto „ess ma ois zamm“ meiner verstorbenen Wiener Grosstante bleibt letztlich nur eine leere Pizza-Schachtel &#252;brig. Gegen 9.00 Uhr ist der Film endlich fertig und ich schon l&#228;ngst abfahrbereit. Schnell alles ins Auto geschleppt, den Trailblazer an der n&#228;chsten Tanke gef&#252;llt und los geht die Fahrt Richtung Reno. Da ich in den letzten beiden Tagen die West- und S&#252;dseite des Mount Shasta gleich zwei mal gesehen habe beschliesse ich, den Berg auf der entgegengesetzten Seite zu umfahren. Laut Karte f&#252;hrt auf der nord&#246;stlichen Seite eine Dreckstrasse namens Military Pass Road um den Berg herum. Bei Grenada fahre ich also von I-5 und nehme den 99-97 Cut-Off, der direkt Richtung Mount Shasta f&#252;hrt und tolle Blicke bietet.</p>

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<p>Bevor der 99-97 Cut-Off auf die US-97 trifft, fahre ich rechts ab und folge &#252;ber eine Dreckstrasse dem Wegweiser Richtung einer Kupfer-Grube. Das k&#246;nnte es tolle Fotom&#246;glichkeiten geben. Leider ist die Grube durch einen Zaun abgeschottet, deswegen fahre ich noch ein wenig in der Gegend herum, ob sich nicht vielleicht irgendwo ein per Strasse erreichbarer, erh&#246;hter Aussichtspunkt mit Blick auf den Mount Shasta finden l&#228;sst. Nach etwa 15 Minuten gebe ich das Vorhaben auf, schiesse noch schnell ein Foto und fahre zur&#252;ck zum 99-97 Cut-Off.</p>

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<p>Die Fahrerei auf der Military Pass Road ist recht interessant, von angenehm zu fahren &#252;ber Waschbrettstrecke bis Sandpiste ist alles vorhanden.</p>

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<p>Vor allem der Blick auf den Mount Shasta ist toll.</p>

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<p>Scheinbar darf hier an einigen Ecken jeder Holz f&#252;r den Eigenbedarf f&#228;llen, sogar vom zugegeben nicht ganz so weit entfernten Oregon steht ein Truck mit Anh&#228;nger am Strassenrand und daneben s&#228;gt gerade der Herr des Hauses einen Baumstamm auseinander, w&#228;hrend die Damen des Hauses im Schatten sitzen und Diet Coke trinken. Nach etwas mehr als einer Stunde Spass auf der Military Pass Road biege ich auf die CA-89 ab, auch bekannt als Volcanic Legacy Scenic Byway. Von Vulkanen ist hier aber nichts mehr zu sehen und Landschaft entlang der Strasse nur m&#228;ssig interessant. Immerhin gibts scheinbar endlose Rolling Hills, die ab und zu mal von einer Kurve abgel&#246;st werden. Auch nicht schlecht! Die Fahrt wird von einer gr&#246;sseren Baustelle mit 20 Minuten Wartezeit unterbrochen. Schon lustig. In den letzten 18 Jahren USA-Urlaub habe ich noch nie einen Pilot-Car gesehen und kaum im Reisef&#252;hrer von Grundmann davon gelesen, habe ich es hier schon mit dem zweiten zu tun. Gegen 14.00 Uhr treffe ich endlich beim Nordeingang des Lassen Volcanic National Park ein. Der Lassen Peak Highway ist recht interessant und wird vor allem in der N&#228;he des Lassen Peaks wirklich sch&#246;n. Beim Trailhead zum Lassen Peak halte ich auf dem riesigen Parkplatz an, und bereite mich auf die Wanderung vor. Angesichts der Massen kann es sich nur um eine Touristenstrecke handeln, deswegen verzichte ich auf Rucksack und Wanderschuhe, montiere meine in San Francisco neu gekauften Trail Running Schuhe und packe nur ein paar Wasserflaschen ein. Laut meinem Wanderf&#252;hrer bin ich in vier Stunden wieder beim Auto. Bei lediglich 8 Kilometern hin und zur&#252;ck und einem H&#246;henunterschied von etwas mehr als 600 Metern bis zum 3&#8242;187 Meter hohen Gipfel kann das meiner Einsch&#228;tzung nach doch nicht mehr als drei Stunden dauern. Beim Informationsschild zu Beginn der Wanderung steht was von 5 Stunden, die spinnen doch! Ich sprinte also los und schon nach wenigen Schritten merke ich: Das wird schwer! Meine Oberschenkel brennen bei jedem Schritt, die sind wohl noch vom Mount Shasta gezeichnet. Schnell aber nicht ganz so schnell wie geplant geht es voran, das Ziehen in den Beinen wird zur Routine. Nach 65 Minuten bin ich schon auf dem Gipfel und geniesse den Ausblick. Nicht schlecht f&#252;r so wenig Anstrengung.</p>

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<p>40 Minuten und ein paar Fotos sp&#228;ter bin ich schon wieder beim Auto und wundere mich, wie man f&#252;r die Wanderung ernsthaft vier bis f&#252;nf Stunden veranschlagen kann. Wie dem auch sei, noch ein Foto des Lassen Peak vom Helen Lake geschossen, und weiter geht die Fahrt.</p>

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<p>Kaum auf Gas getreten bin ich schon auf dem Parkplatz der Bumpass Hell. Obwohl weniger als 5 Kilometer hin und zur&#252;ck und nur 100 H&#246;henmeter zu bew&#228;ltigen w&#228;ren, verzichte ich wegen Zeitmangels auf die Bumpass Hell. Eigentlich schade, auf den Fotos sieht sie wirklich toll aus. Die Fahrt geht weiter und mit den Sulphur Works, die direkt an der Strasse liegen, komme ich dann doch noch zu meinen thermischen Bereich mit dem Duft von vor sich faulender Eier in der Luft.</p>

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<p>Anschliessend heisst es, m&#246;glichst schnell Meilen zu fressen, um bei Zeiten in Reno anzukommen. Die Fahrt Richtung Susanville ist recht interessant, vor allem als es beim Lake Almanor vorbei geht. Wie alle Seen in der Gegend ist auch hier der Wasserstand auf einem Rekordtief. Kein Wunder, dass &#252;berall Schilder mit &#8220;Save Lake Almanor&#8221; zu sehen sind. Extrem faszinierend finde ich die letzten Meilen vor Susanville. Die Strasse weisst pl&#246;tzlich ein starkes Gef&#228;lle auf und innert weniger Minuten befindet man sich statt in einem Nadelwald pl&#246;tzlich in einer Halbw&#252;ste. Dass der &#220;bergang so schnell gehen kann, ist kaum zu glauben.</p>
<p>Auf der US-395 geht es weiter Richtung Reno. Die Sonne geht gerade unter, deshalb bieten sich mir fantastische Farbenspiele. Ich bin gefesselt von der Landschaft und bin schneller als erwartet in Reno. Von der US-395 runter auf dem Weg zum Motel mache ich einen kurzen Abstecher zu den Booze Brothers. Wie man weiss, ist das das Gesch&#228;ft mit dem gr&#246;ssten Bier-Angebot in Nord-Nevada. Als ausgewiesener Experte greife ich nat&#252;rlich zum Anchor Steam Porter. Anschliessend checke ich ins Motel 6 Virginia Plumb ein, h&#252;pfe schnell unter die Dusche und m&#246;chte mich dann zu Fuss erst zu den Century Theaters 16 aufmachen um zu sehen, ob mich der eine oder andere Film interessiert, und mir vor dem Filmstart im Sushi Pier II den Bauch mit leckerem Sushi zu f&#252;llen. Dort wo ich das Kino und die Sushi Bar vermute, ist aber nichts dergleichen auszumachen. Ein Kino mit 16 S&#228;len kann doch nicht so schwer zu finden sein. Auf der anderen Strassenseite scheint die Park Lane Mall geschlossen zu sein, zumindest ist alles dunkel und Autos parken dort auch keine. Nach 15 Minuten Sucherei verliere ich die Geduld, setze mich in den Trailblazer und mache mich auf zu Sushi Pier I. Die Adresse weiss ich zwar nicht mehr, kann mich aber erinnern, es vor Wochen mal auf der Karte an der Ecke East Plumb Lane und US-395 lokalisiert zu haben. Das ist ja gerade mal etwas mehr als eine Meile entfernt. Beim Vorbeifahren ist aber kein Sushi Pier auszumachen, und nach einem unfreiwilligen Abstecher &#252;ber den Renoer Flughafen auch nicht bei der R&#252;ckfahrt. Das Lokal kann sich nur noch in der Strip Mall s&#252;dlich der East Plumb Lane verstecken. Also ein U-Turn gemacht, in die Strip Mall eingebogen und siehe da, auf der R&#252;ckseite finde ich tats&#228;chlich den Sushi Pier. Es ist kurz vor 21.00 Uhr und ich habe Hunger. Das Lokal ist wirklich klein. Ich sch&#228;tze, dass dort vielleicht 25 Personen Platz finden d&#252;rften. Ich setze mich an die Bar und bestelle All-You-Can-Eat-Sushi um $17.95.Auf die Frage, was ich denn genau wolle, sage ich dem Sushi Chef nur, dass er mir alles geben k&#246;nne ausser Sushi mit Ei und Krebsersatz. Kurze Zeit sp&#228;ter geht das Feuerwerk schon los, ein Teller nach dem anderen wird vor meine Nase gesetzt, ich komme mit dem Essen fast nicht mehr nach. Da das Lokal um 21.30 Uhr schon schliesst, erfolgt kurz davor die letzte Offensive und ich werde mit Tellern regelrecht zugestellt. Der Sushi Chef gibt sich M&#252;he, f&#252;r Abwechslung zu sorgen. Neben Sushi gibts auch Maki und verschiedene Sushi-Rolls. Die letzten Teller leere ich nur noch mit M&#252;he. Weil das Essen aber absolut grossartig schmeckt, lasse ich nur eine paar Reisk&#246;rner in meinem Sojasosse/Wasabi-Dip zur&#252;ck. Inklusive Eistee f&#228;llt die Rechnung mit $21.35 sehr bescheiden aus. M&#246;chte gar nicht wissen, f&#252;r welchen Gegenwert ich eben Sushi verputzt habe.</p>
<p>Auf jeden Fall fahre ich gl&#252;cklich zur&#252;ck ins Hotel und bin inzwischen so m&#252;de, dass ich gerade noch ein Achor Steam Porter trinke und zu m&#252;de f&#252;r einen Tagesbericht mich dann schlafen lege.</p>
<p>Gefahrene Meilen: 329.7</p>
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