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Tag 06 – Zu Füssen des Mount Shasta

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Route:  Yreka, CA - Clear Creek Trailhead, Mount Shasta
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Heute bin ich schon wieder um 7.00 Uhr wach. Gleich als erstes durchforste ich meine Sachen nach Wanderutensilien, die ich heute und morgen benötigen werde. Was ich finde schmeisse ich einfach aufs Bett, wo sich mit der Zeit regelrecht ein Berg an Utensilien auftürmt. Als ich das Gefühl habe, alles beisammen zu haben, beginnt die Packerei. Inzwischen geht das schon recht schnell weil ich meinen riesigen Rucksack immer auf dieselbe Art und Weise packe. Trotzdem bin ich mit der ganzen Aktion bis 8.00 Uhr beschäftigt. Dann ist es Zeit, ein paar Kalorien zu tanken. Schnell rüber in den benachbarten Black Bear Diner, wo ich mir ein Denver Omelett mit Hash Browns (so etwas wie Rösti) und Roggen-Toast bestelle. Nebenbei lese ich den aktuellen San Francisco Chronicle. Für den hatte ich lustigerweise in San Francisco selber nie Zeit. Obwohl heute das Abenteuer Mount Shasta losgeht, habe ich keinen Stress. Vor 12.00 Uhr möchte ich ohnehin nicht loslegen, sonst bin ich viel zu früh im Basecamp. Ursprünglich habe ich den Plan gehabt, vom Norden über die Hotlum-Bolum Route auf die Spitze zu steigen. Bereits vor Abflug in die USA war aber auf der Webseite der Mount Shasta Ranger Station zu lesen, dass die Route dieses Jahr sehr eisig sei und Einzelgänger dort nix verloren hätten. Man müsse dieses Jahr an einigen Stellen sogar Eisschrauben verwenden. Aus diesem Grund habe ich inzwischen schon auf die Standard-Route “Avalanche Gulch”, die den Berg vom Süden her in Angriff nimmt, umgeschwenkt. Zuvor werde ich aber dennoch bei der Ranger Station vorbeischauen, um aktuelle Routeninformationen einzuholen.

Erst gilt es aber, noch die letzten Besorgungen zu machen. So brauche ich noch ein paar Abfallsäcke und eine starke Schnur, falls man Essen, Abfälle, Kochutensilien, Sonnencreme usw. wegen der Bären aufhängen muss, Reserve-Batterien für mein GPS-Gerät und die Stirnlampe sowie sowas wie Druckstellenpflaster. Die relativ neuen Wanderschuhe machen mir nämlich in der Hinsicht noch Probleme. Nach erfolgreicher Besorgung im lokalen Walmart hüpfe ich noch schnell in das Lebensmittelgeschäft nebenan. Dort besorge ich die üblichen Esswaren: Powerbars, Äpfel, Mac & Cheese, Bagels und ein wenig Bier. Ich wähle das Bier aber nicht nach Geschmack, sondern nach Verpackung aus. Die kleinen 208 ml Dosen von Coors Lite finde ich einfach passend. Noch schnell den Tank mit $20 Dollar aufgefüllt, den Rücksack mit den letzten Besorgungen angereichert und schon geht es los Richtung Mount Shasta Ranger Station. Einen Helm will ich mir auch noch mieten, soll ja schon regelrecht Steine regnen auf der Avalanche Gulch Route.

Bei der Ranger Station angekommen rät mir der Ranger aber zu einer mir unbekannten Route, der Clear Creek Route. Dort soll es nicht ganz so steil sein und weil die Route im Gegensatz zur Avalanche Gulch Route nicht wie in einem Trichter verlaufe, komme es wenn überhaupt höchstens von vorne zu Steinschlag und nicht von drei Seiten gleichzeitig. Am Computer zeigt mir der Ranger ein Foto mit dem Streckenverlauf, gibt mir Instruktionen in die Hand wie ich den Trailhead finden kann und nach dem Kauf einer Bewilligung um $15 geht es schon los. Den Helm spare ich mir (scheint auf der Route nicht notwendig zu sein), denn zum Schleppen habe ich schliesslich schon mehr als genug. Nach etwa einer Stunde und einigen Meilen Dreckstrasse erreiche ich endlich den Trailhead.

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Ich richte meine ganzen Sachen, schmiere mich gewissenhaft mit Sonnencreme ein und während ich mir die Fersen zwecks Vermeidung von Blasen mit Sportstape zuklebe und anschliessend die Wanderschuhe montiere, stelle ich Sonnencreme im Kofferraum ab, um die Hände frei zu haben. Dabei denke ich mir noch, dass ich die auf keinen Fall vergessen darf. Nach insgesamt einer halben Stunde bin ich fertig und abmarschbereit. Es ist 14.11 Uhr und nach einem Foto des Trailheads geht es los Richtung Clear Creek Camp. Da dürfte nicht viel los sein, denn neben meinem Auto parken nur zwei weitere Autos am Trailhead. Eins davon trägt zudem Regierungsnummerntafeln. Das dürfte ein Parkranger sein. Ich gehe es langsam an, denn ich habe genug Zeit und bis zum Camp sollen es nur drei Meilen (= 4.8 km) sein.

Nach etwa 45 Minuten kann ich den Mount Shasta endlich in seiner ganzen Pracht vor mir sehen und oberhalb der Baumgrenze auch schon das Clear Creek Camp ausmachen (nur weiss ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht). Schon imposant, wie mächtig der Berg doch ist.

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Kurze Zeit später kommen mir zwei Wandersleute entgegen. Nach einem kurzen Gespräch stellt sich heraus, dass ihnen der Honda am Trailhead gehört und derzeit ausser einem weiblichen Parkranger niemand am Clear Creek Camp ist. Das sind natürlich gute Nachrichten. Etwa 20 Minuten später kommt mir auch schon der weibliche Parkranger entgegen. Sie erklärt mir, dass sie nur habe schauen wollen, ob noch Wasser am Clear Creek fliesst. Sie fragt mich, ob ich die zwei Typen mit dem Honda gesehen hätte, denn nach denen wäre schon per Funk gesucht worden. Irgendwelche besorgten Verwandten hätten die Ranger Station angerufen, weil sie sich noch nicht zurückgemeldet hätten. Bevor sie geht, warnt sie mich noch vor Hummeln, die es sich am Clear Creek Camp bequem gemacht hätten. Mein Weg führt mich nun weiter den Berg hinauf und kaum oberhalb der Baumgrenze, kann ich sowohl das Camp, den Verlauf des morgigen Aufstiegs als auch den Gipfel sehen. Sieht doch auf den ersten Blick gar nicht so wild aus.

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10 Minuten später und nach etwas weniger als 2 Stunden Aufstieg bin ich im Camp und freue mich, dass ausser mir niemand da ist. Hummeln sehe ich auch keine, kaltes Wasser fliesst reichlich, perfekt! Als erstes stelle ich das Bier kalt, dann suche ich nach einem geeigneten Zeltplatz.

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Eigentlich müsste ich 100 Fuss (= 30.48m) vom Wasser entfernt zelten, aber alle geeigneten Zeltplätze sind deutlich näher am Wasser. Bevor ich irgendwelche empfindlichen Pflanzen zerstöre, baue ich mein Zelt lieber auf dem am weitesten vom Wasser entfernten, bereits vorbereiteten Platz auf. Der ist zwar keine 10 Meter vom Wasser entfernt, das ist mir aber letztlich egal. Anschliessend pumpe ich mir frisches Wasser (in Nordamerika muss das Wasser gefiltert oder mindestens 5 Minuten gekocht werden, sonst fängt man sich einen Dündarm-Parasiten ein und verbringt den Rest der Reise mit Bauchschmerzen und Durchfall auf der Toilette) und erkunde ein wenig die Gegend um mein Zelt herum.

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Dann beschliesse ich, den morgigen Weg ein wenig zu erkunden. Immerhin soll es um 4.00 Uhr im Dunkeln losgehen und ich will mich ja nicht schon ganz am Anfang verlaufen. Während ich also an Höhe gewinne meine ich, Stimmen zu hören. Als ich mich umdrehe ist aber niemand zu sehen. Kurz bevor ich über die erste Kuppe komme und dabei mein Zelt und vor allem meine Wertgegenstände aus dem Auge verliere, sehe ich dann auf der anderen Talseite doch jemanden in einem roten Pullover, etwa 10 Minuten entfernt. Toll, das hat mir gerade noch gefehlt. Da freut man sich, dass man alleine ist, und dann muss doch noch jemand auftauchen. Ich marschiere schnell noch ein paar Minuten nach oben, präge mir den Verlauf der Route ein und steige dann schnell wieder hinunter in Richtung meines Zeltes. Der Typ im roten Pulli hat sich inzwischen noch keinen Meter bewegt und redet jetzt mit einem anderen Typen im weissen Pulli. Ich beschliesse, dass es jetzt Zeit fürs Abendessen ist. Auf dem Menü steht heute Mac & Cheese, das Schnitzel & Pommes der amerikanischen Kinder. Während ich warte bis das Wasser kocht, trinke ich ein inzwischen schön kaltes Coors Light, das wider Erwarten gar nicht mal so schlecht schmeckt, studiere die Karte und geniesse die abendliche Sonne verbunden mit dem tollen Blick auf den Mount Shasta.

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Auf die Karte hätte ich ruhig mal früher einen Blick werfen können, denn ich stelle fest, dass das Clear Creek Camp nur etwa auf 2530m liegt. Das ist eine Menge Holz bis zum Gipfel auf 4322m. Bei der Avalanche Gulch Route hätte ich auf etwa 3180m übernachtet. Jetzt wird mir auch klar, warum ich diese Route bei meiner Planung nie in Erwägung gezogen habe. Dann schiesst mir ein Schaudern durch die Knochen: Für fast 1700 Höhenmeter habe ich viel zu wenig Wasser dabei. Wasser gibt es hier zwar im Überfluss, aber ich habe nur zwei Flaschen im Rucksack, die ich mit Wasser füllen kann. Ich überlege, noch einmal zum Auto abzusteigen um dort ein paar der reichlich vorhandenen Wasserflaschen zu holen. Der Aufwand von zwei bis drei Stunden ist mir dann aber doch zu viel, ich werde es morgen einfach so probieren. So schlimm kann das ja nicht sein.

Nach der ersten Portion Mac & Cheese koche ich noch einmal Wasser auf. Während ich die Aussicht geniesse zischt es plötzlich und mein Kocher brennt nicht mehr. Auch der Piezo-Anzünder funktioniert nicht mehr. Keine Ahnung, was da passiert ist. Ich versuche den Brenner zu trocknen und nach etwa 10 Minuten Warterei wirft der Piezo-Anzünder wieder Funken und der Kocher kann wieder in Betrieb gesetzt werden. Wenige Minuten später zischt es schon wieder, nur dieses mal sehe ich auch warum: Weil der Topf nach der ersten Portion Mac & Cheese nicht mehr sauber ist, läuft das Wasser über, sobald es kocht. Das ist mir in all den Jahren noch nie passiert, und jetzt schon zum zweiten Mal. Wieder heisst es Kocher trocknen und warten. Zwischenzeitlich springe ich immer wieder wie ein Erdmännchen auf den grössten Stein in der näheren Umgebung um zu sehen, was weisser und roter Pulli so treiben. Die sitzen schon seit längerem auf einem Felsbrocken auf der anderen Talseite und machen keine Anstalten, hier rüber zu kommen. Als ich kochermässig wieder zurück im Geschäft bin, werfe ich einen genauen Blick auf den Kochvorgang und schaffe es endlich, mir auch die zweite Portion Mac & Cheese genussfertig zuzubereiten. Nach dem Abendessen wird die “Küche” samt Kochutensilien aufgeräumt und gewaschen, und alles für den morgigen Aufstieg vorbereitet. Dabei bemerke ich, dass ich die Sonnencreme im Auto gelassen haben muss! Auch nach dem kompletten Leeren des Rucksackes keine Spur der Sonnencreme. Wieder spiele ich mit dem Gedanken, zum Auto abzusteigen, verwerfe diesen aber gleich wieder. Ich kann ja morgen auf dem Gipfel nach Sonnencreme fragen. Bis dahin werde ich beim Aufstieg ohnehin nicht viel Sonne abbekommen. Ich packe also meinen Rucksack, lege mir die Kleidung für den Aufstieg zurecht und teste, ob der Wecker des neugekauften Tracfones funktioniert. Test bestanden, Alarm auf 4.00 Uhr gesetzt und ab ins Bett. Es ist zwar erst kurz nach 19.00 Uhr, aber Schlaf kann man nicht genug bekommen. Roter und weisser Pulli sind inzwischen auch verschwunden, die werden wohl heute nicht mehr auftauchen.

Gefahrene Meilen: 70.8

Tag 05 – Der Husarenritt

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Route:  San Francisco, CA - Redwoods National and State Parks - Yreka, CA
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Heute liegt ein langer Tag vor mir. Wenn ich dem Routenplaner Glauben schenken kann, muss ich heute mit 11:30h reiner Fahrzeit rechnen. Deshalb habe ich mir gestern auch den Wecker auf 5.30 Uhr gestellt, um heute gegen 6.00 Uhr losfahren zu können. 6.00 Uhr wird es zwar nicht ganz, aber immerhin komme ich um 6.10 Uhr vom Hotel weg. Der erste Stopp erfolgt gleich direkt hinter der Golden Gate Bridge. Die Blue Hour ist wohl die beste Zeit, ein Bild der Brücke zu schiessen. Ausser mir weiss das aber scheinbar niemand, denn ich bin vollkommen allein. Während fast einer halben Stunde schiesse ich unzählige Fotos und als die Sonne aufgeht, taucht endlich auch ein weitere Fotograf auf.

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Ich könnte noch ewig dort stehen bleiben, um die Brücke in all ihren Farbnuancen zu fotografieren, aber ich habe ja noch einiges vor. Rein ins Auto und los geht die Fahrt, nur sollte ich langsam mal tanken gehen. Da das Benzin nördlich der Brücke deutlich billiger ist, schlage ich natürlich erst hier zu. Mit vollen Tank geht es dann auf der US-101 nach Norden. Auf der Gegenspur herrscht bereits um die Uhrzeit ein endloser Stau Richtung San Francisco. Unbeindruckt düse ich Richtung Norden. Bis wenige Meilen vor Phillipsville ist die Streck zwar streckenweise interessant, aber nichts, das mir lange in Erinnerung bleiben wird. Vor Phillipsville fahre ich aber von der US-101 ab auf die mehr oder minder parallel verlaufende “Avenue of the Giants”, die mich im Humboldt Redwoods State Park von einer Redwood Baumgruppe zur anderen bringt. Schon beindruckend muss ich sagen. Meine Nase berührt während der Fahrt fast die Frontscheibe, damit ich ja genug von den Bäumen mitbekomme. Nach etwa einer halben Stunde Staunen geht es wieder auf die US-101. Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Jetzt knapp vor Eureka bekomme ich aber langsam Hunger, immerhin ist es schon 12.30 Uhr. Kurz bevor ich Eureka verlasse, fahre ich über die Brücke nach Samoa zum Samoa Cookhouse. Dabei handelt es sich um eine Art ehemalige Mensa aus dem vorletzten und letzten Jahrhundert für Holzfäller aus der Gegend, die aber seit vielen Jahrzehnten auch der Öffentlichkeit zugänglich ist. Es gibt keine Speisekarte sondern gegessen wird, was gerade gekocht wird. Man setzt sich einfach an einen der grossen Tische mit rot-weiss karrierter Tischdecke und schon steht die Kellnerin auf der Matte. Wie es sich für einen Holzfäller gehört, werden auch keine mickrigen Portionen aufgetischt, sondern man kann von allem so viel essen wie man möchte. Ich bekomme erst eine Kartoffelsuppe, gefolgt von einem Salat und anschliessend Short Ribs mit Bohnen, Erbsen und Pasta, und zum Dessert ein Stück Kuchen mit Café. Bei $10.95 für den ganzen Spass kann man wirklich nicht meckern. Das Essen schmeckt gut, nur die Pasta ist überkocht und meilenweit von “al dente”. Unterm Strich sicher eine Empfehlung wert, auch wenn man es eilig hat und eigentlich nur zu Fastfood greifen möchte. Ich verbinge nur eine halbe Stunde dort, obwohl ich alle Gänge mitmache und von den Short Ribs noch Nachschlag bestelle.

Mit vollem Bauch geht die Fahrt weiter zu den Redwoods National and State Parks, ein buntes Gemisch aus verschiedenen Parks, die sich allesamt die Redwoods im Mittelpunkt haben. Vorher wird in Eureka aber noch einmal der Tank meines Trailblazers gefüllt. Meine Fahrt führt mich erst zum Visitor Center, wo ich mir eine Karte des Parks abhole. Mit einem kleinen Umweg über den Newton B. Drury Scenic Parkway, auf dem ich mir für die Rückfahrt schon mal die interessanten Bäume merke, fahre ich vom Visitor Center direkt zum Mouth of the Klamath River Overlook. Was sich mir da bietet ist zwar recht nett, aber nicht so beindruckend wie die Bilder, die ich vorab schon schon im Internet bestaunt habe. Dennoch Foto schiessen, und weiter gehts zurück über den Newton B. Drury Scenic Parkway zum Fern Canyon.

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Dieses mal halte ich aber ein paar mal an, um das eine oder andere Bäumchen auf die Speicherkarte der Digitalkamera zu bannen.

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Die Strasse zum Fern Canyon führt über eine Dreckstrasse, erst durch den Wald hinunter zum Strand, dann diesem entlang und abschliessend durchquert man noch drei Bäche. Für selbige braucht man zwar kein Auto mit Schnorchel, aber ich kann mir vorstellen, dass die nach Regenfällen ordentlich Wasser führen. Teilweise ist die Strecke recht ruppig, aber das hindert scheinbar nicht viele daran, mit ihrem normalen PKW hinunter zu fahren. Der relativ grosse Parkplatz ist fast komplett voll. Sogar ein Miet-RV steht unten am Parkplatz, der Fahrer muss echt nicht ganz gebacken sein.

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Ich frage mich, ob der Fern Canyon die Fahrt wert ist. Ich bin da sehr skeptisch, denn die Bilder die ich bisher gesehen habe, sind nicht wirklich überragend. Überall wird er aber in höchsten Tönen gelobt und einer der Teilnehmer der Anchor Steam Brauerei-Tour vor zwei Tagen hat sogar am Bau des Trails mitgearbeitet. Am Strand angekommen muss ich zudem $6 für den Eintritt zum Park berappen, ich bin gespannt. Kaum aus dem Auto ausgestiegen und die ersten paar Schritte getan, orte ich schon das erste Highlight: Hier laufen doch tatsächlich stattliche Hirsche am Strand herum. Einer erschreckt gerade ein paar Touristen die glauben, dass die Schilder “Nicht zu Fuss den Hirschen nähern” nicht für sie gelten, indem er ein Stück mit vollem Karacho auf sie zuläuft und dann stehen bleibt. Ich finde das auf jeden Fall relativ lustig. Währendessen fotografiere ich den zweiten Hirsch, der sich das Treiben von der Distanz ansieht.

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Ein paar Schritte weiter befinde ich mich schon im Fern Canyon. Was ich sehe ist zwar relativ nett, aber nicht wirklich toll. Halt ein Haufen Farn das links und recht an der Wand hängt. Da ich aber schon mal da bin schiesse ich ein paar Fotos und fahre dann entlang des Strandes und durch den Wald zurück zur befestigten Strasse.

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Dort fahre ich ein kurzes Stück Richtung Eureka, biege dann aber relativ bald auf die Bald Hills Road Richtung Osten. Die ist zu Beginn geteert, mutiert dann aber im weiteren Verlauf zu einer Dreckstrasse. Lediglich der Abschnitt über die Bald Hills ist sehenswert, der aber so wirklich. Runderhum kann man Hügel ausmachen, die dicht von Bäumen bewachsen sind, nur die Bald Hills sind kahl und vornehmlich mit gelbem Gras bewachsen. Gefällt mir sehr gut.

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Es geht unspektakulär runtert zum Bigfoot Scenic Highway. Unspektakulär deshalb, weil nach den Bald Hills links und rechts Bäume die Strasse säumen und man ausser der Strasse nichts sehen kann. Der Bigfoot Scenic Highway gibt schon mehr fürs Auge her, und als ich dann vor Somes Bar auf die Salmon River Road abbiege bin ich restlos begeistert. Die Farben, einfach grossartig! Dieses gelbe Gras, braune Felsen, rote Erde, grüne Bäume und der wilde Salmon River als ständiger Begleiter, einfach grossartig! Ich kann mich gar nicht sattsehen. Schade nur, dass die Sonne schon tief steht und nicht mehr bis ins Tal hinunter scheint. Deswegen gelingen auch keine Fotos, die das geschriebene wiederspiegeln können. Als ich dann bei Forks of Salmon auf die Sawyers Bar Road abbiege trifft mich vor Begeisterung glatt der Schlag: Die Strasse ist nun einspuring, schlängelt sich kurvenreich ohne irgendwelche Leitplanken hoch oberhalb des Flusses entlang. Das in Kombination mit dem Farbenspiel macht einfach Spass und Laune zum Fahren, obwohl ich schon so lange unterwegs bin. Wirklich grossartig! Als ich mich langsam Etna nähere habe ich erst das Gefühl, dass die Landschaft nun nachlässt, doch dann windet sich die Strasse steil nach oben und führt über einen Pass von dem ich noch im letzten Licht den Mond über den Trinity Alps bewundern kann. Fantastisch, in die Gegend werde ich sicher noch einmal kommen!

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Im Dunkeln fahre ich die letzten Meilen noch nach Yreka, wo ich gegen 21.15 Uhr eintreffe und gleich im Motel 6 einchecke. Nachdem ich mehr als 15 Stunden unterwegs gewesen bin habe ich keine Lust mehr, irgendwo etwas essen zu gehen. Zudem bin ich noch immer satt vom Somoa Cookhouse. Ich verschiebe den Besuch im benchbarten Black Bear Diner auf das Frühstück und schlafe schnell tief und fest.

Gefahrene Meilen: 524.9