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	<title>Worldclass Demountaining &#187; Observation Point Trail</title>
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	<description>... oder sowas in der Art.</description>
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		<title>Tag 11 &#8211; Sch&#246;ne Ausblicke und kleine Unsicherheiten</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Aug 2007 21:30:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[East Rim Trail]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wache ich erst gegen 8.30 Uhr auf. Ich habe mir keinen Wecker gestellt, weil ich heute mehr als genug Zeit zur Verf&#252;gung habe. Schliesslich steht nur eine nicht allzu anstrengende Tageswanderung auf dem Programm. Urspr&#252;nglich sind drei Wanderungen zur Auswahl gestanden, da der West Rim Trail wegen eines Feuers im letzten Monat aber noch immer geschlossen ist, sind des nur noch deren zwei, die sich zudem innert weniger Stunden bew&#228;ltigen lassen m&#252;ssten. Es sind dies die Wanderungen auf Angels Landing und zum Observation Point. Meine Wahl f&#228;llt auf den Observation Point, weil ich vor der letzten Passage auf Angels Landing einfach zu viel viel Respekt habe. Es ist nicht so, dass ich mir den Abschnitt nicht zutrauen w&#252;rde, denn in den Alpen habe ich schon ganz andere Klettersteige erlebt, aber der grosse Unsicherheitsfaktor sind hier bestimmt die Massen an Leuten, die mit schlechtem Schuhwerk unterwegs sind. Ich habe keine Lust, mich von jemandem, der im Fallen nach allem und jedem greift, mitreissen zu lassen. Letztes Jahr ist dort eine 34 j&#228;hrige Frau aus Las Vegas in den Tod gest&#252;rzt und getreu dem Motto „Vorsichtig ist die Porzellankiste“ meiner Mutter f&#228;llt meine Wahl deswegen auf den Observation Point.</p>
<p>Erst versuche ich aber erneut, das Internet zum Laufen zu bringen. Nachdem mir dies wieder nicht gelingt, stiefle ich zur Rezeption in der Hoffnung, dass heute jemand dort sitzt, der ein wenig mehr Ahnung hat als der Typ von gestern. Die Dame kann mir aber auch nicht weiterhelfen und verbindet mich telefonisch gleich mit der Chefin Mary, die das WLAN eingerichtet hat. Mary zeigt sich ob meiner Vorschl&#228;ge, wie man das WLAN f&#252;r alle G&#228;ste einfacher machen k&#246;nnte total unkooperativ und beantwortet meine Fragen und Vorschl&#228;ge mit den drei typischen Beamten-Antworten: „Das habe ich immer schon so gemacht“, „Das habe ich noch nie so gemacht „ und „Da k&#246;nnte ja jeder kommen“. Immerhin schl&#228;gt sie mir vor, ich k&#246;nne ja zu ihr zum Sol Food Market kommen und das Internet dort ausprobieren. Das lass ich mir nicht zwei Mal sagen, packe meinen Laptop und fahre die kurze Strecke um Sol Food Market, direkt am Parkeingang. Komischerweise funktioniert dort alles, obwohl Mary mir unz&#228;hlige Male versichert, sie habe im Hotel alles identisch eingerichtet. Sie meint, ich k&#246;nne hier umsonst surfen, solange ich Gast in ihrem Hotel bin.</p>
<p>Da ich nun schon mal da bin, bestelle ich mir ein Fr&#252;hst&#252;ck, lade einen weiteren Tagesbericht auf meine Webseite hoch und bringe auch das Fotoalbum auf den neuesten Stand. Die Zeit vergeht wie im Flug und gegen 11.00 Uhr werde ich hektisch. Ich muss ja der Adventure Company bis Mittag bekannt geben, ob ich morgen mit dem Shuttle zur Chamberlains Ranch will, ansonsten sie die bereist bezahlten Fahrkosten auf jeden Fall behalten. Dazu m&#252;sste ich aber erst wissen, ob &#252;berhaupt Bewilligungen f&#252;r die Narrows ausgestellt werden. Nach dem Kauf einiger Lebensmittel fahre ich also schnell zur&#252;ck zum Hotel, hole meinen bereits gepackten Rucksack ab und fahre mit dem Shuttle zum Parkeingang. Beim Backcountry Desk erfahre ich, dass ab morgen wieder Bewilligungen zu haben sind. Bevor mir die Tante hinterm Schalter aber die Bewilligung ausstellt, muss ich mir einen Film &#252;ber die Narrows ansehen. Dabei wird die notwendige Ausr&#252;stung aufgezeigt und auch vor Flash Floods gewarnt. Wenn man an einer bl&#246;den Stelle in den Narrows erwischt wird, ist man mausetot. Entweder wird man von dem ganzen Krempel erschlagen, den die Springflut mit sich f&#252;hrt, oder man ertrinkt j&#228;mmerlich. Das T&#252;ckische an der Sache ist, dass im Nationalpark eitel Wonne Sonnenschein herrschen kann, man sich dadurch aber nicht auf der sicheren Seite wiegen darf. F&#252;r eine Springflut reichen n&#228;mlich bereits Regenf&#228;lle im weit entfernten Quellgebiet des Virgin Rivers aus, von denen man in den Narrows unm&#246;glich etwas mitbekommen kann.</p>
<p>Mit der Bewilligung in der Tasche besteige ich das n&#228;chste Shuttle und fahre Richtung Weeping Rocks. Das kostenlose Shuttle ist sicherlich eine tolle Sache, aber man hat bei dem Schnecken-Tempo das Gef&#252;hl, nie am Ziel anzukommen. Schliesslich erreichen wir um 12.30 Uhr endlich die Haltestelle Weeping Rocks. Voller Tatendrang h&#252;pfe ich aus dem Shuttle und mach mich gleich an meine heutige Wanderung. Heute sind 655 H&#246;henmeter und 12 Kilometer hin und zur&#252;ck zu bew&#228;ltigen. Der National Park Service gibt eine Marschzeit von insgesamt 5 Stunden vor. Das kann also nicht so schlimm sein.</p>
<p>Gleich zu Beginn wird nicht lange gefackelt und es geht gleich steil aufw&#228;rts. Das gef&#228;llt mir, denn irgendwo m&#252;ssen die H&#246;henmeter ja gemacht werden und ich latsche nicht gerne kilometerweit, bis es endlich richtig losgeht. Ich bin gespannt, wie die Route verl&#228;uft, denn von unten sieht man nur Felsw&#228;nde. Erst vom Observation Point aus kann man den Verlauf des in den Stein gehauenen Wegs sehr gut erkennen.</p>

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<p>Nach unz&#228;hligen Serpentinen f&#252;hrt der Weg &#252;berraschenderweise in einen Canyon. Damit habe ich nicht gerechnet und bin dar&#252;ber hocherfreut.</p>

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<p>Nach dem Verlassen des Canyons, der schon mal einen kleinen Vorgeschmack f&#252;r die morgen beginnende Narrows-Wanderung bietet, noch ein kurzer Blick zur&#252;ck.</p>

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<p>Dann geht es weiter auf dem Weg, der sich sehr sch&#246;n am Felsen entlang nach oben schl&#228;ngelt. Mir gef&#228;llt das ausserordentlich gut und bin inzwischen heilfroh, mich f&#252;r diesen Weg statt f&#252;r Angels Landing entschieden zu haben.</p>

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<p>Inzwischen ist es Zeit f&#252;r eine Pause, deswegen setzte ich mich gem&#252;tlich hin, geniesse den Blick in die Landschaft und freue mich dar&#252;ber, dass w&#228;hrend der ganzen Pause kein Mensch zu sehen ist. Einfach herrlich!</p>

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<p>Dann geht es weiter. Der in den Fels gehauene Weg windet sich weiter nach oben, bis man das Plateau erreicht. Oben angekommen ist ein nicht mehr allzu langer Fussmarsch bis zum Observation Point zu absolvieren, wo sich mir nach insgesamt 1:50h Anstrengung endlich das ganze Panorama offenbart. Weiter unten ist Angels Landing zu sehen. Schade, dass ich keinen Feldstecher dabei habe, um die Leute dort beobachten zu k&#246;nnen. Ein Paar aus Tampa bittet mich, ein paar Fotos von Ihnen zu schiessen und so kommt man recht schnell ins Gespr&#228;ch. Wie &#252;blich werden die Erfahrungen ausgetauscht, berichtet und nachgefragt, was man schon gesehen hat und was man unbedingt noch sehen muss. Sie m&#246;chte unbedingt noch auf Angels Landing und ist nicht sehr erfreut dar&#252;ber von mir zu erfahren, dass dort letztes Jahr eine Frau zu Tode gest&#252;rzt ist. Als die beiden sich dann wieder an den Abstieg machen klappere ich die nahe liegende Umgebung ab, um ein paar Fotos f&#252;r meinen Reisebericht zu schiessen.</p>

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<p>Dann mache ich mich wieder an den Abstieg und bin nach 1:30h wieder beim Shuttle Stopp. Es ist inzwischen schon ordentlich heiss und ich bin recht k.o. Auf die Emeral Pools habe ich nun keine Lust mehr. Weil ich aber schon da bin, beschliesse ich schnell mal bei den Heulsusen von Felsen, den Weeping Rocks, vorbeizusehen. Die sind in Natura nicht so interessant, dass sich der Weg alleine f&#252;r sie lohnen w&#252;rde, aber aus der richtigen Perspektive geschossen, gelingen doch tolle Fotos die sich als Desktop-Hintergrund gut machen.</p>

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<p>Anschliessend besteige ich wieder das Shuttle Richtung Parkeingang und erwische einen Busfahrer, der sich auch als Alleinunterhalter sieht, einen Witz nach dem anderen reisst und an jeder Ecke eine neue Geschichte zum Zion Nationalpark bereith&#228;lt. Den Mitfahrern gef&#228;llts und ich muss hie und da auch schmunzeln. Auf jeden Fall gestaltet sich die Fahrt relativ kurzweilig. Beim Sol Food Market besteige ich das Springdale Shuttle, das mich wieder zum Hotel bringt. Dort h&#252;pfe ich unter die Dusche und mache mich dann gegen 18.00 Uhr auf zur Zion Adventure Company, die schr&#228;g gegen&#252;ber auf der anderen Strassenseite liegt, um mir dort meine Ausr&#252;stung f&#252;r die Narrows zu holen. Konkret geht es um einen Wanderstock, ein Paar Neopren-Socken und Canyoneer 5.10-Schuhe, mit denen man problemlos im Wasser wandern kann.</p>
<p>Dann der n&#228;chste Schock. Die Mutti hinterm Tresen erkl&#228;rt mir, dass es auf der Zufahrtsstrasse zur Chamberlains Ranch geregnet habe und daher nicht sicher sei, ob das Shuttle &#252;berhaupt fahre. Bei N&#228;sse w&#252;rde sich auf der Strasse eine tiefe Schlammschicht bilden, in der das Shuttle einfach stecken bliebe. Ich solle kurz vor 20.00 Uhr wieder kommen, dann wisse sie schon mehr. Na toll, nicht dass mir jetzt die paar Regentropfen einen Strich durch die Rechnung machen!</p>
<p>Ich beschliesse, inzwischen einen Happen Essen zu gehen. Das Bit and Spur Restaurant and Saloon, das &#252;berall so hoch gelobt wird, ist leider geschlossen. Also stoppe ich schnell beim Hotel und fahre dann mit dem Laptop weiter zum Sol Food Market, wo ich mich im Internet &#252;ber andere Tipps in der N&#228;he schlau mache. Die Wahl f&#228;llt nach kurzer Zeit auf Oscar’s Cafe, das zudem ideal direkt neben der Adventure Company liegt. Da ich nun mal schon da bin, surfe ich noch ein wenig im Internet herum, lade die heutigen Fotos hoch und mache mich dann zur&#252;ck zum Hotel. Auto abgestellt, Laptop zur&#252;ck ins Zimmer und nach einem Blick auf die Uhr festgestellt, dass sich das Essen jetzt fast nicht mehr lohnt. Also schnell bei Oscar’s Cafe gefragt, wie lange die denn ge&#246;ffnet haben (laut Internet soll der Laden schon um 21.00 Uhr dicht machen) und nach Auskunft, dass erst um 22.00 Uhr geschlossen wird, gehe ich r&#252;ber zur Adventure Company.</p>
<p>Dort weiss man noch immer nicht Bescheid, ob das Shuttle f&#228;hrt. Inzwischen hat sich der Chef der Sache angenommen, l&#228;uft mit dem Handy wie in Tiger im K&#228;fig durchs Gesch&#228;ft schimpft und redet wie wild auf jemanden ein. Die Mutti hinterm Tresen meint, sich solle doch einfach sp&#228;ter wieder kommen. Die Narrows will ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, weswegen ich vor Ort bleibe und mich regelm&#228;ssig &#252;ber den Stand der Dinge erkundige. Auf meine Frage, ob ich denn der Einzige sei, der sich f&#252;r die Fahrt interessiere, meint die Mutti hinterm Tresen, dass man den anderen einfach gesagt habe, man w&#252;rde sie telefonisch verst&#228;ndigen, falls die Fahrt nicht stattfinden sollte. Nachdem ich dem Chef erz&#228;hlt habe, wie wichtig mir die Wanderung ist und ich da unbedingt hin m&#252;sse, schickt er mich mit einem Mitarbeiter zum Socken, Schuhe und Wanderstock aussuchen und verschwindet wieder wild gestikulierend mit seinem Handy. Anschliessend muss ich wieder einen Film &#252;ber die Gefahren der Narrows ansehen. Die gehen hier aber wirklich auf Nummer sicher. Kurze Zeit sp&#228;ter taucht der Chef wieder auf, meint es w&#228;re alles in Ordnung f&#252;r die morgige Fahrt und dass ich um 6.00 Uhr hier sein solle.</p>
<p>Erleichtert lade ich die eben gemieteten Utensilien im Hotelzimmer ab und gehe endlich zu Oscar’s Cafe, um dort einen Happen zu essen. Inzwischen habe ich einen B&#228;renhunger, deswegen bestelle ich mir gleich den gr&#246;ssten Burger auf der Karte mit einem ganzen Pfund Fleisch. Dazu Pommes aus Sweet Potatoes und ein Microbrew. Der Burger ist so riesig, dass ich nur mit M&#252;he und Not meinen Mund weit genug aufbekomme, um einen Bissen davon zu nehmen. Sowohl die Pommes als auch der Burger erweisen sich als supergut, ich bin begeistert!</p>
<p>Anschliessend geht es zur&#252;ck zum Hotel, um meinen Rucksack f&#252;r Morgen zu packen. Da bei dieser Wanderung wirklich alles wasserdicht verpackt werden muss, falls man in den Narrows im Virgin River umf&#228;llt, und nat&#252;rlich nebenbei der Fernseher l&#228;uft, bin ich bis nach Mitternacht damit besch&#228;ftigt. Gegen 0.30 Uhr lege ich mich endlich schlafen.</p>
<p>Gefahrene Meilen:  5.6</p>
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